Meinungen — 27 Februar 2016

Leitartikel: Mely Kiyak, mediale Chefanklägerin führender Qualitätsmedien, fordert „längst überfällige politische Maßnahmen gegen die Rechtskonservativen“ in dem von ihr so verhassten Deutschland ein. „Notstandsgesetze gegen den Mob – Jetzt!“

Mely Kiyak (2012) (Bild: Mely Kiyak - Foto: Maifoto Galerie, Berlin; Rechte: CC SA 3.0-Lizenz, Original: siehe Link)

Mely Kiyak (2012) (Bild: Mely Kiyak – Foto: Maifoto Galerie, Berlin; Rechte: CC SA 3.0-Lizenz, Original: siehe Link)

Mely Kiyak schreibt sich seit Jahren als freie Journalistin durch die Seiten der Qualitätsmedien wie Welt, Zeit, Frankfurter Rundschau oder der taz. So wirklich interessiert für ihr Geschreibsel hatten sich bis 2012 allenfalls links- und migrationsaffine Leser, die dem angestrengten „Kampf gegen Rechts“ von Seiten Kiyaks irgendetwas abringen konnten. Bestenfalls noch jene, die sich schlicht und einfach gerne als „liebe deutsche Nazis“ von der Kolumnistin beschimpfen lassen, die als Tochter kurdischer Eltern im Land dieser „Neofaschisten“ berufliche  Sprossen erklimmen konnte, die ihr in ihrem Herkunftsland mit Sicherheit verwehrt geblieben wären.

Kiyaks Menschenbild

Im März 2012 jedoch griff Mely in die Vollen und bezeichnet in ihrer Kolumne für die Berliner Zeitung sowie für die SPD-nahe Frankfurter Rundschau Thilo Sarrazin, dessen rechte Gesichtshälfte infolge der Operation eines Tumors teilweise gelähmt ist, nach einem Fernsehauftritt als „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“.

Danach war Kiyak endlich auch einem größeren Publikum bekannt, was sie zeitnah räsoniert bekam. Mehrere Beschwerdeführer, darunter auch Autoren von metropolico, reichten beim Deutschen Presserat Beschwerde ein. Nach anhaltender Kritik – zwischenzeitlich kam eine laue Entschuldigung Kiyaks zustande – stellten sich Kollegen aus den Reihen des Qualitätsjournalismus hinter die polternde und menschenverachtende Kollegin. Die Redaktionen der abdruckenden Zeitungen sprachen gar von einer „perfiden Hetzkampagne“ gegen die Autorin. Der Deutsche Presserat sah den „Verstoß gegen die publizistischen Grundsätze“ jedoch als so schwerwiegend an, dass er eine Missbilligung gegenüber der Berliner Zeitung aussprach (metropolico berichtete). Sarrazin sei „in seiner Menschenwürde verletzt“ worden. Wegen der Entschuldigung Kiyaks wurde jedoch keine Rüge ausgesprochen.

„Notstandsgesetze“ 

Vier Jahre und etliche Kolumnen später erleichtert sich Kiyak weiterhin im gewohnt wütendem Jargon. Aktuell fordert Kiyak „Notstandsgesetze“ und „längst überfällige politische Maßnahmen gegen Rechtskonservative“. Sie möchte, dass in Anbetracht der Vorkommnisse in Clausnitz, Solidaritätsbekundungen auf Arabisch oder Kurdisch an die Immigranten gesendet werden. Sie möchte, dass sich Steffen Seibert auf Arabisch an die „Bürger von morgen“ wendet und seine Scham angesichts der Ereignisse formuliert. Zeitgleich soll die rote Familienministerin Schwesig lospilgern und sich um die traumatisierten Kinder in Asylbewerbereinrichtungen kümmern. Alle „Ober-Nazis“ wie Thilo Sarrazin, der nach Kiyaks Meinung nicht nur eine „lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur“ darstellt, sondern auch dem „Salonrassismus in Deutschland den Boden bereitet hat“, oder Bernd Lucke oder Hans-Werner Sinn oder Heinz Buschokowsky oder Marcus Prezell – von all diese Dunkeldeutschen will Mely angesichts der brennenden Asylunterkünfte einen O-Ton dazu hören.

In „Kiyaks Deutschstunde“ versteigt sich Mely zu der Aussage, dass in Diskussionsrunden immer wie selbstverständlich Rechtsextreme zu Wort kämen, wenn es um „Flüchtlingspolitik“ gehe. Aus dieser Unglaublichkeit heraus  – Mely erwähnt leider nicht, in welchen öffentlich-rechtlichen Plapperrunden diesen „Rechtsextremen“ permanent die Bühne bereitet wird – muss zur Not auch mit „Notstandsgesetzen gegenüber einem enthemmten und entfesselten Mob“ agiert werden.

„Was passieren wohl, wenn die integrierten Muslime aufbegehren?“

Nach dieser Forderung scheinen für die Zeit-Kolumnistin alle Dämme gebrochen zu sein. Eine wahre Forderungsflut prasselt ab nun auf die Deutschen, die „nicht ein einziges Mal Ausländer beherbergen und sich wie Menschen benehmen können“ hernieder: „Wir brauchen sofort Gesetze, die es jedem Flüchtling in Deutschland ermöglichen, sich frei zu bewegen. Sie sollen mit einem Kontingent an Fahrkarten, Taxigutscheinen, SIM-Karten und Internetguthaben ausgestattet werden. Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass sie gefangen sind, und sie sollen nicht das Gefühl bekommen, dass man sie unbestraft jagen kann“.

Kiyak fragt sich aufgebracht, was wohl passieren werde, wenn die „integrierten Muslime aufbegehren“. Wie sollen diese Minderheiten jemals Respekt vor der Polizei bekommen, wenn sie Bilder wie aus Clausnitz sehen, so ihre besorgte Frage. Pegida und die AfD dürften sich versammeln, den Muslime und andere Minderheiten jedoch werde das Wahlrecht verwehrt um sich gegen das „rechtspopulistische Geschwätz von Julia Klöckner oder Boris Palmer“ zu wehren. Obwohl es schwierig wird, hier einen wirklichen Zusammenhang zu konstruieren, zwingt Kiyak ihre Leser sich vorzustellen, dass Millionen türkischer Gastarbeiter mit Mistgabeln aufbegehren würden und mit Gewalt, unter Anzünden von Parteibüros und anderer krimineller Delikte das Wahlrecht fordern und mit gerolltem R „Wir sind das Volk“ schreien. Dass hier kein Politiker deren Sorgen ernst nehmen will, bezeichnet Kiyak als nervtötenden „deutschen Doppelstandard“.

Nervtötend

Nervtötend allein ist Mely Kiyaks nicht enden wollendes Einschlagen auf das ihr augenscheinlich verhasste Deutschland. Nervtötend ihr Verdrehen und pures Behaupten. Nervtötend ist Mely Kiyaks „Qualitätsjournalismus“, den sie nur deshalb betreiben kann, weil es Leuten wie ihr noch nicht gelungen ist, die Meinungsfreiheit im Land des „Doppelstandards“ einzuschränken oder auszuhebeln.

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