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22 Dez 2016

Bewährungsstrafe für Brandstiftung in Asylunterkunft

Weil das Essen in der durch Steuergeld finanzierten Asylunterkunft nicht nach ihrem Geschmack war, zündeten zwei tunesische Asylbewerber diese kurzerhand an. Schaden: 50.000 Euro. Das Leipziger Amtsgericht verurteilte die beiden zu Bewährungsstrafen.

Aufnahme von Immigranten (Symbolbild: metropolico.org)

Die beiden Tunesier Lassaad D. (28) und Mohamed O. (21) waren mit dem Essen, das sie in der Leipziger Erstaufnahmeeinrichtung durch den deutschen Steuerzahler finanziert bekamen, nicht zufrieden. Laut Anklage forderten die beiden »Schutzsuchenden« lautstark den Umzug in eine andere Einrichtung.

Am 30. August drohten sie den Mitarbeitern der Johanniter Unfallhilfe, diese betreuten die Asylunterkunft: Sollten ihre Namen nicht auf der Liste auftauchen, auf der Immigranten die die Erstaufnahmeeinrichtung verlassen, vermerkt sind, würden sie in der Unterkunft Feuer legen. Wie Staatsanwältin Tanja Lötschert sagte, wollten die Angeklagten erreichen, dass die Angestellten aus Angst ihrer Forderung nachkommen, so die LVZ.

»Wenn wir dich kriegen, kannst du zugucken, wie wir dich töten«

Als die beiden am betreffenden Tag nicht auf der Transferliste vermerkt waren, legten sie keine Viertelstunde später Feuer. Die beiden zündeten in der für 600 Plätze ausgerichteten Halle in einem Zimmer eine Schaumstoffmatratze an. Durch Ruß- und Brandspuren wurde die Halle unbewohnbar. Der Rauch, der durch den verbrennenden Kunststoff entstand, soll auch Blausäure enthalten haben. Eine Angestellte erlitt eine Rauchgasvergiftung, drei weitere klagten über Kopfschmerzen und haben teilweise bis heute Atembeschwerden.

Beide Angeklagten gestanden die Brandstiftung. Die Anwältin des Brandstifters Lassaad D. gab an, dass dieser enttäuscht gewesen sei, dass er nicht auf der Transferliste stand, Es tue ihm sehr leid und er ist über die Folgen sehr erschrocken. Mitangeklagter Mohamed O. sei in Leipzig ebenfalls unglücklich gewesen, so dessen Verteidiger.  Er wollte niemanden verletzen, das Ganze sei ein Riesenfehler gewesen. An die ausgestoßenen Drohungen: »Wenn wir dich kriegen, kannst du zugucken, wie wir dich töten«, gegenüber einem Dolmetscher, der aus Angst die die Arbeitsstelle noch am selben Tag wechselte und im Prozess verängstigt wirkte, könne sich Mohamed O. auch nicht mehr erinnern.

Strafen zur Bewährung ausgesetzt

Richterin Irmgard Seitz verurteilte beide »Flüchtlinge« am Montag wegen schwerer Brandstiftung, versuchter Nötigung und gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen. Lassaad D. bekam dafür eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sieben Monaten. Mohamed O., der im Sinne des Gesetzes noch als Heranwachsender galt, wurde zudem wegen Bedrohung bestraft und wurde zu einem Jahr und acht Monate Haft. In beiden Fällen wurden die Strafen zur Bewährung ausgesetzt. (BS)

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