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Die Sicherheit des deutschen Intellektuellen (Bild: Jens-Olaf Walter; DER SPIEGEL; CC BY-NC-ND 2.0; siehe Link
08 Jan 2017

Die Sicherheit des deutschen Intellektuellen

Schlaglicht:  »70 Jahre und kein bisschen weise…«. So oder ähnlich hätte Sänger und Schauspieler Curd Jürgens geträllert, hätte er den SPIEGEL dieser Woche gelesen. 

Da beschreibt ein Heer von Links-Dialektikern den zweifelhaften Sicherheitszustand der Republik als »Bedingt wehrhaft«. Dass nach dem Anschlag des Islamisten Anis Amri auf dem Berliner Breitscheidplatz jetzt einmal mehr gezeigt wurde, wie wenig effizient die 20 deutschen Sicherheitsdienste zusammenarbeiten, wird hier in Frage gestellt. Welch eine  Erkenntnis, denkt sich auch der völlig Ahnungslose. Gabe es keine anderen Attentate, verhinderte Bomben? Irgendwie scheint erst jetzt beim SPIEGEL und dem Rest der Republik der Groschen gefallen zu sein. Wohin allerdings und mit welchen intellektuellen Konsequenzen, das bleibt im Nebulösen.

Wir erfahren: Der Wahlkampf zwinge die Regierenden zu Positionen. Nein! Mehr Macht dem Bundeskriminalamt, Auflösung der Landesverfassungsschutzämter, die gerade so fulminant versagt haben. Nein, das sei zuviel Zentralismus, wie es der CDU-Innenminister fordert. Das hätte Deutschland schon bei Wilhelm II und Adolf Hitler gesehen, wohin das führe. Zum Führer. Das Heer der Linksgedrehten verweist auf die erfolgreich selbstständigen Fürstentümer im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Die Schreiber scheinen Begriffe wie Einheit und Nation noch nicht deuten zu können. Was für eine redaktionelle Leistung! Ob es geschichtliches Halbwissen ist oder schlicht blinde Dogmatik – über Dummheit lässt sich einfach nicht streiten.

Dabei ist dem letzten Deppen klar, dass es in der heutigen Gefahrendebatte nicht nur um einen, sondern um mehrere islamistische Attentäter geht. Ob im SPIEGEL, in der öffentlichen Debatte, bei Illner, Will und Co – es ein bisschen wie in der Klippschule. Um potentielle Attentäter zu finden und dingfest zu machen, muss man…richtig: Sie suchen und festnehmen. Ist eine Einschränkung der Freiheit, besonders dieser Leute. Genau! Mit dieser Erkenntnis kann man humanistisch enorm auftrumpfen. Nur die Redakteure sehen da Probleme und drehen Locken auf virtuellen Glatzen.

Dann führen sie diese lästig detaillierten Zahlen von bekannten 548 is­la­mis­ti­schen Ge­fähr­dern an. Klaus Wowereit würde jetzt sagen: Alles längst bekannt! Und zur Tagesordnung übergehen. Die Hälf­te da­von lebt in Deutsch­land, jener Nation mit den Verfassungsschutz-Fürstentümern. Macht 270 Per­so­nen. Jetzt dialektisiert der SPIEGEL-Chor weiter: 80 von die­sen gefährlichen potentiellen Mördern seien in­haf­tiert. 50 ab­ge­lehn­te Asyl­be­wer­ber, die ab­ge­scho­ben wer­den könn­ten, es aber aus irgendeinem dubiosen Grund nicht werden. Dann gebe es noch die Ka­te­go­rie »re­le­van­te Per­so­nen«. Alle anderen sind dialektisch gesprochen also redundant, nicht handlungswichtig. Der geneigte Leser fragt sich nun: Was unterscheidet einen relevanten von einem nicht relevanten Gefährder? Außerdem – so erfährt man – gäbe es »in ihrem Kreis knapp 50 ge­dul­de­te Asyl­be­wer­ber.« Wer ist denn das nun wieder? Redundante Gefährder?

Die Krone der Erkenntnis folgt unweigerlich: »Weil die Län­der selbst ent­schei­den, wel­che Ko­ope­ra­tio­nen sie ein­ge­hen, zer­fa­sert die Ter­ror­be­kämp­fung«. Des­halb konnte das Bun­des­amt für Ver­fas­sungs­schutz im ver­gan­ge­nen Jahr nicht die ge­naue Zahl des »is­la­mis­tisch-ter­ro­ris­ti­schen Per­so­nen­po­ten­zi­als« be­nen­nen. Also alles auf Null? Oder reden wir die ganze Zeit im Kreis um des Kaisers Bart herum?

Zu guter Letzt erfahren wir dummen Leser und Politikinteressierte, dass es viel zu wenige Bombenspürhunde im Lande gibt. Aus Spar­grün­den. »Die Soll­stär­ke von 635 Dienst­hun­den wird seit zehn Jah­ren nicht er­reicht.« Mein Gott haben wir Probleme. Spätestens hier drängt sich ein grausamer Verdacht, eine weit reichende Frage auf: Gibt noch etwas Dümmeres auf der Welt, als den deutschen Intellektuellen?  Mit Sicherheit nicht.

 

Volkspädagogen von Udo Ulfkotte

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