Deutschland

Bundestagsabgeordnete Saskia Esken (SPD) bei ihrer »Aufklärungsarbeit« (Bild: Twitter)
11 Jan 2017

»Air Berlin« sperrt Werbung bei »Breitbart« und »Junge Freiheit«

Die Fluggesellschaft »Air Berlin« macht mit Sammelabschiebungen gutes Geld  – auf konservativen Nachrichtenseiten wie der »Jungen Freiheit« und »Breitbart« will sie aber nicht werben lassen. Grund ist eine SPD-Abgeordnete.

Die baden-württembergische SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken gab sich am Montag besorgt: »Eure Werbung erscheint bei einer Neonazi-Website. Das kann nicht gewollt sein, oder?«, schrieb sie auf Twitter. Gerichtet war der Beitrag an die Fluglinie »Air Berlin«. Auf einem beigefügten Screenshot zu sehen war eine Werbeanzeige des Unternehmens bei der konservativen US-Nachrichtenseite »Breitbart«.

Nicht nur airberlin wird von Saskia Esken (SPD) »informiert« (Bild: Screenshot Twitter)

In der PR-Abteilung von »Air Berlin« verstand man den Wink mit dem Zaunpfahl, bedankte sich artig und sagte eine Prüfung zu. Am nächsten Tag konnte Vollzug gemeldet werden: »FYI, blacklisting ist angeordnet«, hieß es auf Twitter an Esken gerichtet.

Bei der Gelegenheit gab die Airline gleich noch bekannt, dass auch die konservative Wochenzeitung »Junge Freiheit« von nun an auf der Blockierliste für Werbung stehe. Abschließend schrieb »Air Berlin« servil man freue sich auf weitere »Hinweise, damit wir diese Domains aus unseren Kampagnen ausschließen können«.

Florierendes Geschäft mit Sammelabschiebungen

Die wirtschaftlich stark angeschlagene Fluggesellschaft versucht mit dem Vorgehen offenbar ihr Image aufzupolieren. In der linksextremistischen Szene ist »Air Berlin« ein Hassobjekt, weil sie eine der wenigen deutschen Airlines ist, die Sammelabschiebungen durchführt. Allein in den Jahren 2011 bis 2013 machte das Unternehmen damit einen Umsatz von fast 1,5 Millionen Euro.

Druck wird insbesondere von der mehrfach umbenannten SED ausgeübt. Die Partei, die sich neuerdings „Die Linke“ nennt, stellt immer wieder Kleine Anfragen an die Bundesregierung, um herauszufinden welche Fluglinien sich an Sammelabschiebungen beteiligen und von welchen Flughäfen aus diese durchgeführt werden. Entsprechende Informationen werden dann von autonomen Linksextremisten für Störaktionen genutzt.

Sleeping Giants – Aufruf zur Denunziation per Twitter (Bild: Screenshot)

Denunziation auf dem Vormarsch

Saskia Esken dürfte sich jedenfalls über den Erfolg ihres Anschwärz-Tweets gefreut haben. Sie war damit einer Aufforderung des aus den USA stammenden Twitter-Netzwerks »Sleeping Giants« gefolgt, Werbepartner von »Breitbart« anzuschreiben und zu behaupten sie würden auf einer «rassistischen« Internetseite inserieren.

In letzter Zeit hatte es immer wieder Denunziationsorgien gegen nicht-linke Internetportale gegeben. So wurde etwa der rechtsliberale Blog „Achse des Guten“ im Zuge der Kampagne »#KeinGeldFürRechts« Opfer eines Werbeboykotts. Zuletzt gab der Journalist Roland Tichy seine Herausgeberschaft bei »Xing News« auf, weil das berufliche Netzwerk Opfer einer Boykott-Aktion wegen ihm wurde. Grund: Auf Tichys Debattenportal »Tichys Einblick« war ein polemischer Beitrag gegen »Gutmenschen« erschienen. (DB)

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