Deutschland

Hamburger Schulenator Ties Rabe ( SPD ) (Bild: Michael Zapf; siehe Link)
12 Jan 2017

SPD-Schulsenator ordnet nach sozialistischer Manier bessere Mathe-Noten an

Hamburg: Ties Rabe (SPD), Schulsenator des rot-grün regierten Hamburg ordnete an, nachdem die Noten in einer Abitur-Probeklausur verheerend schlecht ausgefallen sind,  diese einfach um eine Note besser zu bewerten. Das ist Sozialismus pur und eine Bankrotterklärung der rot-geführten Schulbehörde.

Hamburg, wie weitere fünf Bundesländer, versuchen seit 2014 im Abitur identische Aufgaben in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik zu bewältigen. Seit Jahren weisen die Schüler insbesondere im Fach Mathematik Lernrückstände auf, die bereits in der dritten Klasse festgestellt und bis ins Abitur mitgeführt werden.

Das ist Sozialismus pur: Noten um eine Notenstufe hochgesetzt

Wie wenig gut eine links-politisch ausgelegte Schulpolitik für Hamburgs Abiturienten ausgeht, zeigte die Probeklausur zum diesjährigen, vereinheitlichten Mathe-Abitur. Die Tests wurden unter Abiturbedingungen geschrieben und fielen verheerend schlecht aus. Nach einer ersten Auswertung an rund zehn Hamburger Gymnasien und Stadtteilschulen liegt laut dem Hamburger Abendblatt der Notendurchschnitt bei 3,9. Ein Jahr zuvor konnte zumindest noch ein Mittelwert von 3,2 erreicht werden.

Ties Rabe (SPD), ehemaliger Lehramtsstudent für Religion, Deutsch und Geschichte, ist seit 2011 Senator für Schule und Berufsausbildung im Stadt-Staat Hamburg. Schulsenator Rabe scheinen ob des schlechten Abschneidens seiner ihm anvertrauten Schüler nur noch von sozialistischen Reflexen geleitet zu sein. Denn der SPD-Politiker ordnete über den Landesschulrat an, dass  zu der nach dem vorgegebenen Bewertungsschlüssel ermittelten Gesamtnote (in Notenpunkten) für jeden Schüler drei Notenpunkte addiert werden. Drei Notenpunkte bei einer 15-Punkte-Notenskale entsprechen einer ganzen Note im Sechser-Noten-System.

»Armutszeugnis«, wenn Noten manipuliert werden müssen

Zudem hatte Rabe nach dem desaströsen Ergebnis angeordnet, dass Aufgaben, die dem diesjährigen Prüfungsstoff entsprechen, ab sofort verbindlich im Unterricht behandelt werden müssen. Außerdem ordnete die Schulbehörde für die Abiturienten im April ein Mathe-Kompakt-Training an. Somit erhofft sich der türkende SPD-Senator augenscheinlich den Hauch einer Chance für seine am vereinheitlichten Abitur teilnehmenden Abschlussschüler.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sprach bereits von einem »Armutszeugnis«. CDU und die FDP sehen in der Manipulation der Noten durch den Schulsenator den Ruf des Hamburger Schulsystems schwer geschädigt. Die FDP sprach von einer Bankrotterklärung Rabes. Der schulpolitische Sprecher der AfD-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Dr. Alexander Wolf kündigte an, seine Fraktion werde das Vorgehen von Rabe juristisch prüfen lassen.

Schüler bekommen für das Tanzen ihres eigenen Namens eine Art Abitur überreicht 

Bereits im vergangenen Jahr reichte die AfD einen Antrag zur Einführung von Eignungstests für Hamburger Gymnasien ein. Mit Blick auf die jüngere Entwicklung der Hamburger Schulpolitik bilanzierte Dr. Wolf im Mai des letzten Jahres: »Der rot-grüne Senat ist zum Opfer seiner eigenen – ich möchte ihm zugestehen – gut gemeinten Ambitionen geworden. Inzwischen liegt der Anteil der Hamburger Schüler mit Hochschulzugangsberechtigung bei knapp unter 60 Prozent. Bildungssenator Rabe erklärt hierzu jedes Jahr mit neuen Wortgirlanden, dass das Niveau des Abiturs und der Schulen darunter dennoch nicht leiden würde. Mich erinnert das stark an Jubelmeldungen zur Übererfüllung sozialistischer Planvorgaben. Und wie das endete, wissen wir. Wir müssen deshalb jetzt neue Wege gehen und zu einer leistungsgerechten und differenzierten Beschulung von Kindern mit unterschiedlichen Begabungsniveaus zurückkehren«.

Wolf appelliert an den rot-grünen Senat, seine zwanghaften Vorstellungen von einer »Hochschulbildung für Alle« nun endlich kritisch zu hinterfragen. Wolf. Ansonsten habe man in Hamburg bald zwei Schulen, die sich überspitzt wie folgt beschreiben lassen: Eine Stadtteilschule als Resterampe und das Gymnasium, auf dem die Schüler bald für das Tanzen ihres eigenen Namens eine Art Abitur überreicht bekommen.

Die aktuelle Manipulation des Schulsenators Rabe, wie auch das stetig sinkende Schulniveau, ist ein Plädoyer dafür, dass – ebenso wie Medien und Rundfunk – auch die Bildungspolitik nicht in staatliche Hände gehört. (BS)

 

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