Deutschland

Bild-Zeitung im Sinkflug (Bildmontage: metropolico.org)
14 Jan 2017

Aktie von Axel-Springer-Verlag im Sinkflug

Der Axel-Springer-Verlag befindet sich seit Längerem in einer dramatischen Negativentwicklung. Für Aktionäre des Medienhauses reiht sich ein Verlust an den anderen. Aktuell scheint sich der Verfall zu beschleunigen, die Axel-Springer-Aktie« befindet sich im Sinkflug.  

Extrem schlechte Werte. Massive Auflagenrückgänge bei Tageszeitungen und Publikumszeitschriften. So die Lage auf dem deutschen Pressemarkt 2016 laut der IVW – der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. – in einer Pressemitteilung.

»Axel-Springer-Aktie« im freien Fall

Betroffen von diesem »Trend« scheint in besonderem Maße das Medien Axel Springer. Laut einem Bericht des Finanzportals boerse.de rentierten die  Aktien des Axel-Springer-Verlags annähernd im Negativbereich. 2016 habe deren Investment per Saldo 11 Prozent an Wert verloren. Seit dem Jahr 2007 habe sich die Aktie faktisch nicht bewegt und vernichte somit Geld, da sich diese per annum um einen nicht nennenswerten Gewinn von gerade einmal 0,8 Prozent bewegt habe, so boerse.de.

Auf einen noch extremeren Abwärtstrend verweisen die Zahlen bei Verkauf von Verlagsprodukten.  Die einst auflagenstarke »Bild-Zeitung« – zu Hochzeiten lasen fünf Millionen Leser täglich das Blatt – dümpelt nach der Ära Kai Diekmann  aktuell bei gerade einmal 1,8 Millionen Lesern. Die Anzahl der einst treuen Leserschaft ging seit 2001 um insgesamt 2,6 Millionen zurück.

»Pro Asyl-Merkel-Linie« von Bild-Chef Kai Diekmann

Kai Diekmann pflegte wie kein anderer Bild-Chef zuvor eine ganz besondere Nähe zu den »Mächtigen« und kann unumwunden als einer der wichtigster Propagandist der Willkommenskultur im Merkelschen Immigrationschaos bezeichnet werden.  »Das Fass zum Überlaufen brachte für manche Leserschichten schließlich die Flüchtlingskrise, als die Bild Ende 2015 zunehmend auf »Pro Asyl-Merkel-Linie« einschwenkte und viele konsternierte Leser vor den Kopf stieß«, so auch das boerse.de-Resümee auf das regierungstreue Dauerfeuer des einstigen Aushängeschild des Springer-Verlags. Seine unumschränkte Merkeltreue bewies Diekmann 2014, als er einen kurzen, islamkritischen Kommentar des damaligen stellvertretenden Chefredakteurs der Bild am Sonntag, Nikolaus Fest, öffentlich rügte. Fest verließ daraufhin den Springer-Verlag und trat 2016 der AfD bei.

Den aktuellen Abwärtstrend des Verlagshauses dürfte mutmaßlich noch damit beschleunigt worden sein, als zum Jahreswechsel bekannt wurde,  dass Diekmann, von 2001 bis Ende 2015 Chefredakteur der Bild-Zeitung und zuletzt Herausgeber der »Bild-Gruppe« zum 31.Januar 2017 den Springer-Konzern verlässt. Auf eigenen Wunsch, heißt es nach wie vor beharrlich. Zu Jahresbeginn berichtete der ebenfalls vom Niedergang betroffene Spiegel, eine Springer-Mitarbeiterin habe im Sommer 2016 bei der Staatsanwaltschaft Potsdam Anzeige wegen Belästigung gegen Diekmann erstattet.  Diekmann weist die Vorwürfe als unwahr zurück. Die Potsdamer Staatsanwaltschaft ermittelt seither. Sein Ausscheiden aus dem Springer-Konzern habe, so Diekmanns anwaltliche Vertretung, nichts mit den Vorwürfen zu tun. Die Kündigung sei bereits seit mehr als einem Jahr geplant gewesen und habe »den geplanten Abschied allenfalls beschleunigt«.

Entlassungswelle beim Spiegel

Wie der Axel-Springer-Verlag, so kämpft auch der links-politische Spiegel gegen seinen stetigen Verfall an. Laut dem Branchendienst IVW verlor das Blatt seit 2013 über 100.000 Käufer. Das Hamburger Unternehmen wird zeitnah  – »betriebsbedingt« – 35 Mitarbeiter entlassen, so das Medienportal Meedia. »Es ist gelungen, den geplanten Personalabbau in vielen Bereichen – so auch in der Redaktion – über Vorruhestand und eine interne Weitervermittlung zu bewältigen«, erklärte eine Firmensprecherin die Maßnahmen des Spiegel-Geschäftsführers Thomas Hass. Somit würden nun 35 Kündigungen über einen Zeitraum von jetzt bis Ende 2017 verbleiben, denn mehr als 110 Arbeitnehmer hätten das sinkende Schiff inzwischen freiwillig verlassen und eine Abfindung angenommen. (BS)

 

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