Deutschland

Gemeinsam - wir alle - mit Correctiv - gegen »Fake News« (Bild: metropolico.org)
16 Jan 2017

Und los geht´s! Mit »Correctiv« gegen »Fake News«

Das soziale Netzwerk Facebook ist bereit. In der heißen Phase im Bundestagswahlkampf hat sich Facebook das »Recherchezentrum Correctiv« ins Boot geholt, um in Deutschland effektiv gegen sogenannte »Fake-News« vorzugehen.

Wie Medien übereinstimmend berichten, sollen Facebook-Nutzer eventuelle Falschmeldungen dem »Correctiv-Partner«  melden können. Bei Correctiv werde so dann die Meldung überprüft und das gemeldete Facebook-Posting mit einer »Markierung« versehen, die anzeigt, dass der Beitrag als »Fake-News« von der neuen »Wahrheitsbehörde« erkannt worden ist.

Gelöscht werden soll der so markierte Facebook-Eintrag indes nicht. Die Facebook-User sollen diesen weiterhin teilen können. Nur die Markierung –die bleibe bestehen-  so Facebook-Manager Guido Bülow. In der Endausbaustufe sei geplant, dem »Fake-Posting« eine Aufklärungsschrift anzuhängen oder / und bei »unglaubwürdigen« Artikeln deren Sichtbarkeit zu reduzieren. Wie in den USA auch, soll zudem die Möglichkeit eingedämmt werden, mit sogenannten Fake-News Geld verdienen zu können, berichtet WeltOnline (WO).

Correctiv – die ultimative Antworten auf die Medienkrise

Das Recherchezenturm »CORRECTIV « präsentiert sich als »erste gemeinnützige Recherchezentrum in Deutschland«, das gänzlich uneigennützig und für lau  »unabhängigen Journalismus« unterstütze und »eine von vielen Antworten auf die Medienkrise« sei. Für »Correctiv« ist klar: »Viele Medien haben Probleme, ihrer Wächterfunktion nachzukommen«. Und deshalb setzt das Fehlhaltung korrigierende Team von »Correctiv« genau dort an und will »investigativen, aufklärenden Journalismus für jeden Verlag, für jeden Sender, für jeden Bürger in Deutschland erschwinglich und zugänglich machen«.

Damit auch klar ist, wem sich Correctiv im aktuell tobenden Wahlkampf verpflichtet sieht und gegen wen sich die gemeinsame Kraftanstrengung durch »aufgeklärte und investigativen Journalismus« wendet, veröffentlichte das »erste gemeinnützige Recherchezentrum Deutschlands« zum Jahresende schon mal den richtunggebenden Artikel: »Futter für AfD-Wähler«. Darin klärt die mehr oder minder staatlich geprüfte Anti-Fake-News-Correctiv Autorin Camilla Kohrs in einer siebenteiligen Serie auf, mit wem man es da zu tun hat. Im bislang wenig beachteten Video-Format der Recherche-Stube mit dem hippen Namen »StudioCorrectiv« wird dann die Erkenntnis rund um die » Medien der Neuen Rechten« mit Correctiv-Chefredakteur Markus Grill besprochen.

Alles für lau – alles für die »gute Sache«

Correctiv betont, von Facebook kein Geld zu bekommen. »Es wird schwer werden, das Geld unserer Spender dafür auszugeben, Facebook zu heilen«, so  der Leiter und Gründer des Recherchezentrums, David Schraven, laut der Jungen Freiheit (JF).

Der 46-jährige Schraven, Gründungsgeschäftsführer der taz-Redaktion Ruhr und über die Jahre als freier Journalist bei WamS, Zeit und SZ tätig, saß von 2007 bis 2014 als Vorstandsmitglied im Netzwerk Recherche e. V.  Dem Vorstand des Vereins gehört aktuell Julia Stein (Leiterin der trimedialen Redaktion Politik und Recherche im NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein), Cordula Meyer (Leiterin des Ressorts Deutschland beim Der Spiegel) an. Schatzmeisterin ist Renate Daum (Redakteurin bei der Stiftung Warentest), Schriftführerin ist Christina Elmer (Leiterin des Ressorts Datenjournalismus bei Spiegel Online). Beisitzer sind Bernd Kastner (Süddeutsche Zeitung), Markus Grill, der jetzt für das Recherchezentrum Correctiv aktiv ist und der ehemalige WDR story Verantwortliche Gert Monheim, sowie Filmemacher und Autor Egmont R. Koch.

Knifflig wurde es 2011 für den Verein, als bekannt wurde, dass dieser wegen falscher Abrechnung 75.00 Euro Steuergeld, das durch die Bundeszentrale für politische Bildung überwiesen wurde, zu Unrecht eingestrichen hatte.

Hehre Ziele

Wie die JF weiter berichtet, gab Schraven Anfang 2017 bekann, mit Cordt Schnibben die Online-Journalistenschule »Reporterfabrik« gegründet zu haben. Kollege Schnibben wiederum war 30 Jahre für den Spiegel tätig. Schraven und Schnibben bekamen zudem vom Who-is-Who des Mainstreams – darunter Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo oder ZDF-Moderator Claus Kleber – tatkräftige Unterstützung zugesagt.

Auf »Correctiv« klären die beiden Gesellschaftsverbesserer sodann auch über den Grund ihres karitativen Engagement auf: »Nie zuvor war die veröffentlichte Meinung vielfältiger. Nie zuvor war die veröffentlichte Meinung unqualifizierter. Wir möchten einen Wandel einleiten. Den Wandel zur redaktionellen Gesellschaft. «

Helferlein des Mainstreams

Zudem will »Correctiv« uns allen – uns Bürgern – dabei helfen, unser Auskunftsrecht zu nutzen. Im kumpelhaften »Du« – Jargon unterrichten die Macher uns sodann über unser Auskunftsrecht bei Behörden und wie wir unsere Informationsfreiheit – soweit vereinbart – bei diesen nutzen und zum Beispiel Dokumente einsehen können.

Wer mitmachen will, der kann sich nach einer Mitgliedschaft mit anderen im »Correctiv-Konferenzraum« treffen. Dort können dann verschiedenste Themen diskutiert werden. Zum Beispiel könnte die dringende Frage geklärt werden, warum die Innenminister der Länder und der Presserat sich weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit darauf geeinigt haben, dass es ab 2018 wieder einen bundeseinheitlichen Presseausweis geben soll (metropolico berichtete). Denn einen solchen können praktischerweise nur jene »Journalisten« bekommen, die ein genügend großes Einkommen aus journalistischer Tätigkeit nachweisen können – sprich »Correctiv« und seine »Journalistenkollegen«.

Auch »einer von vielen Wegen«, die mittlerweile an der öffentlichen Debatte teilnehmenden Online-Magazine, Blogs und Plattformen jenseits des Mainstreams ausbluten zu lassen. »Correctiv« steht diesem Ansinnen wohl mit Rat und Tat zur Seite. An dieser Stelle dann nochmal den Hinweis, dass Sie Metropolico auch auf der Plattform VK folgen können. (SB)

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