Kommentar

Dann geh ich mal zum Kühlschrank (Bild: Daniel Pietzsch; CC BY-NC 2.0; Bild wurde bearbeitet; siehe Link
21 Jan 2017

»Dann marschier ich mal zum Kühlschrank!«

Pink behutet sind am Samstag Tausende von Frauen – und solche die sich so fühlen oder es noch werden wollen – zusammen gekommen, um gegen den 45. US-Präsidenten und dessen Standpunkte zur Abtreibung, zum Gesundheitswesen, in Einwanderungsfragen und zum Klimawandel anzumaschieren. Ein Marsch zum Kühlschrank wäre dagegen eine Aktion, die wirklich etwas bewirkte.

Sie haben die letzten Tage wie wild gestrickt, Plakate mit markigen Sprüchen versehen und die unvermeidbare Amtseinführung von Donald Trump am 20. Januar nur deshalb überlebt, um tags darauf mit pinken »Pussyhats« auf den revolutionierenden Häuptern gegen den nun vereidigten 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika anzumaschieren. In 600 Großstädten auf der ganzen weiten Welt taten sie laut Medienberichten das, was sie in der US-Hauptstadt auch taten: sie marschierten.

»Wir marschieren heute für den moralischen Kern dieser Nation, gegen den unser neuer Präsident einen Krieg führt«, so America Ferrera, eine -wohl nur dem serienkonsumierenden, jüngeren US-Publikum bekannte Schauspielern – theatralisch während des medial prächtig in Szene gesetzten »Marsch der Frauen«. Hillary Clinton – mit Angela Merkel zusammen das leuchtende Schwesterngestirn am linkspolitischen Gerechtigkeitshimmel – lobte den Marsch. Sie zwitscherte allen TeilnehmerInnen ein »Danke dafür« entgegen, dass sie »für unsere Werte« einstünden und : marschieren.

»Unsere Werte« – oder zumindest die US-amerikanischen – sollen laut der angeblich für Frauenrechte kämpfenden Hillary, die es seit Jahrzehnten mit ihrem Bill aushält, dem mehrfach handfeste sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigungen vorgeworfen wurden – das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung, das Bejubeln einer desaströsen schief gelaufenen, sündhaft teueren Gesundheitsreform, ungezügelte Immigration à la Angie und der totale Kampf gegen den „menschgemachten Klimawandel“ und all jene, die diesen anzweifeln, sein.

Aber nicht nur im, durch Trump angeblich in Geiselhaft genommenen Amerika wurde marschiert. Sie taten es auch in Paris, Sydney, Barcelona und in Rom. Und selbstredend in Berlin. Einige Hundert marschierten dort vor der US-Botschaft auf und skandierten Wahrheiten wie: »Trump ist kein Berliner«. Siggi Gabriel wäre bestimmt mitmarschiert, wenn ihn nicht die verdammten Rechtspopulisten in Koblenz davon abgehalten hätten. Ohne pinker Strickpussy auf dem runden Köpfchen wurde der »Pack-Meister« der Nation beim »Marschieren gegen Rechts« irrsinniger Weise von rund 100 Schwarzvermummten seiner bislang ergebenen Antifa-Bodentruppe ausgebuht. »Hau ab, hau ab«, so die »antifaschistischen« Zuneigungsbezeugungen, die ein Polizeisprecher laut WO als einen »passiven Blockadeversuch« ausmachte.

Cahit Kaya, Mitgründer des ehemaligen österreichischen Zentralrates der Ex-Muslime, wirft einen klaren Blick auf die ganze Marschiererei. Kaya – nach Eigenangabe »bereits schon von Facebook gesperrt, bevor es cool war von Facebook gesperrt zu werden« stellt dort fest: »Da derzeit alle für irgendwas, meist gegen jemanden marschieren, habe ich auch so einen Marsch organisiert und durchgezogen. Bin zum Kühlschrank marschiert und hab mir einen Snack geholt. Meine Aktion hat aber wirklich etwas bewirkt. Ich habe keinen Hunger mehr. Hab zudem auf dem Weg nicht randaliert und keine Polizisten beschimpft. Somit war mein Marsch einer der sinnvollsten und friedlichsten der letzten Tage und hat den Welthunger nachweislich um EinSiebenMilliatdstel reduziert.« (BS)

Bei 0:07 nochmal kurz nachprüfen ob auch jemand zuschaut. Dann Showeinlagen beim Anmaschieren gegen Trump.

 

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