Kommentar

Jan Böhmermann (li) und Carolin Emcke (re) (Bild (li): Michael Schilling ; CC BY-SA 3.0; siehe Link, Bild (re): Heinrich-Böll-Stiftung; Carolin Emcke (Philosophin und Publizistin), Foto: Stephan Röhl; CC BY-SA 2.0; siehe Link)
22 Jan 2017

Linker Hass, der auch vor Kindern nicht mehr Halt macht

Es gibt verschiedene Formen, sich mit seinem politischen Gegner auseinander zu setzen. Bislang galten hier zwar keine in Stein gemeißelten Gesetze, aber dennoch konnte man sich irgendwie darauf verlassen, dass sich in diesem Wettstreit – wie heftig dieser auch immer geführt wurde – erwachsene Menschen miteinander befassten. Niveaulos bis niederträchtig wird es jedoch, wenn dieser Weg verlassen und auf die Kinder des politisch Andersdenkenden eingeschlagen wird. Diese Erbärmlichkeit demonstrieren aktuell Jan Böhmernann und die linke Säulenheilige Carolin Emcke.

Jan Böhmermann – um in Donald Trumps Bild zu bleiben: Ein reichlich überschätzter, öffentlich-rechtlicher Klamaukmacher – erlangte durch die sogenannte Böhmermann-Affäre Anfang 2016 einen Grad an Bekanntheit, die den 34-Jährigen in bis dahin nicht gekannte mediale Höhen trugen. Da Böhmermann offensichtlich ebenfalls zu jenen Promis zählt, die glauben, dass die Welt sich ohne ein persönliches Statement zu politischen Ereignissen nicht weiter drehen wird, beglückte der Spaßvogel die Twittergemeinde mit einer neuen Unappetitlichkeit.

Dort zwitscherte Böhmermann: » I´m sure Barron Trump will grow up to be a fine, well-mannered gentleman like his father – zu deutsch: Ich bin mir sicher, dass Barron Trump zu einem feinen Gentleman mit guten Manieren heranwachsen wird, wie sein Vater. Angehängt an den Tweed hat der lustige Herr Böhmermann ein animiertes Videofilmchen, aufgenommen mit einer Animationsapp, mit deren Hilfe Bewegungen verzerrt wieder gegeben werden können. Darin zu sehen: die Frist Lady Melania Trump, wie sie dem gemeinsamen, zehnjährigen Sohn Barron bei der Inaugurationsfeierlichkeiten am 20. Januar einen »Hight-Five« anbietet. Animiert wurde Barrons Bewegung, die suggerieren soll, dass der Junge als Reaktion darauf nach seiner Mutter schlägt.

Jan Böhmermann bedient sich eines Kindes, um mal wieder super witzig zu sein(Bild: Screenshot Twitter)

Wenn Friedenspreisträgerin laut darüber nachdenken, einem politisch Andersdenkenden sein Kind wegzunehmen

Dass es aber durchaus möglich ist, Jan Böhmermanns Niveaulosigkeit noch zu toppen, das zeigte Carolin Emcke nur wenige Stunden vor Böhmermann. Emcke, laut Süddeutscher Zeitung (SZ) eine »große Denkerin« und die »wichtigste Intellektuelle der Gegenwart«, wurde  2016 für den Erhalt des »Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ebenso bejubelt wie für die Entdeckung ihrer eigenen Homosexualität 2013, an der sie via Autobiographie den Rest der Welt teil haben ließ. Die freie Publizistin– tätig unter anderem für die Zeit und die SZ – wird seither als linke moralische Instanz gehyped. Über den grünen Klee gelobt: ihr Essay »Gegen den Hass«. Laut Buchbeschreibung ein Werk  »für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen. »

Autorin eines Buches »Gegen den Hass“« und Friedenspreisträgerin des deutschen Buchhandels sinniert darüber, einem missliebigen Politiker sein Kind wegzunehmen (Bild: Screenshot Twitter)

Wie ernst man linksbejubelte Gestalten wie Emcke und Böhmermann und deren Gefasel tatsächlich nehmen kann, zeigt die »Trägerin des Friedenspreises« am Tage der Amtseinführung von Donald Trump. Nicht etwa, dass Emcke ihren linken Hass über einen Erwachsenen auskippt. Nein, sie fällt ebenso wie Böhmermann über den zehnjährigen Sohn des missliebigen Trump her und zwitschert: »Dem kleinen Sohn von #Trump moechte man ja gleich eine alternative Pflegefamilie anbieten.«

Man darf gespannt sein, welche Erbärmlichkeiten aus diesen Kreisen noch folgen werden. (BS)

 

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