Internationale Meldungen

Starbucks (Bild: Marco Paköeningrat; Starbucks; CC BY-SA 2.0; siehe Link)
04 Feb 2017

Starbucks könnte sich den Mund an seiner Trump-Kritik verbrennen

Starbucks Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Howard Schultz scheint nun die Wirkmechanismen des freien Marktes, die auch durch Trump-Anhänger beeinflusst werden können, zu spüren. Schulz kündigte medienwirksam an, wegen Trumps angeblichem »muslim ban« 10.000 Flüchtlinge innerhalb von fünf Jahren einstellen zu wollen. Nun hat Starbucks mit Boykott-Maßnahmen zu kämpfen.

Die Tinte unter Donald Trumps vorletztem Dekret war noch nicht getrocknet, da kündigte Howard Schultz, Chef der US-Kaffee-Kette Starbucks an, weltweit 10.0000 Immigranten einstellen zu wollen. Medienwirksam teilte er mit, sein Konzern werde in allen 75 Ländern, in denen die Firma Filialen betreibe, vor allem Flüchtlinge und von Diskriminierung Verfolgte beschäftigen. Beginnen werde er damit in den USA, teilte der CEO auf der Firmenhompage in einem Brief an seine Mitarbeiter mit.

Trumps Pläne zum Schutz gegen illegale Einwanderung an der Grenze zu Mexiko begegnete Schultz mit den Worthülsen »Baut Brücken, keine Mauern« und kündigte an, weiterhin in Mexiko investieren zu wollen. Der Hillary Clinton Unterstützer Schultz, dem ein Streben nach einem politischen Amt unter einer US-amerikanischen Präsidentin nachgesagt wurde, hoffte wohl so, eine breit angelegte Attacke gegen Trump gestartet zu haben.

Starbucks Aktionäre zahlen den Preis für Schultz’s linkspolitschen Faible

Wer sich bislang fragte, wo denn eigentlich die Anhänger Trumps verblieben sind, denn bislang – schenkt man den deutschen Medien Glauben-  scheint es nur Trump Gegner zu geben, bekommt nun eventuell eine Antwort. Wie englischsprachige Medien, darunter FoxNews oder The Conservative Review (CR) mitteilen, formiert sich starker Widerstand gegen das plakativ nach außen getragene, philanthropische Gebaren des Starbuck-Chefs.

(Bild: Twitter)

Seit Schultz’s Ankündigung, den Parias dieser Welt zur Hilfe zu eilen, reagieren die in deutschen Mainstreammedien nicht gesichteten Trump-Unterstützer äußerst verärgert. Nicht wenige fragen sich, weshalb Schultz erst jetzt seine Menschenliebe entdeckt und bislang nicht einen der rund 50.000 obdachlosen US-amerikanischen Kriegsveteranen mit einem Job versorgte.

Das Magazin Fortune berichtet, dass unter dem Hashtag #BoycottStarbucks ein regelrechter Shitstorm über Starbucks hinweg fegt. Auf Twitter geben viele junge Leute ihrem Unverständnis  wie folgt Ausdruck: »Während Präsident Trump daran arbeitet, Amerikanern Arbeit zu verschaffen, will der Starbucks-Chef 10.000 Flüchtlinge anstellen. « Ein weiterer stellt fest: » Während Trump dafür kämpft, Amerikaner Arbeit zu verschaffen, bejubeln die Linken Starbucks für die Bereitstellung von Jobs für 10.000 Flüchtlinge«.

Andere gaben ihrem Ärger in einer Form Ausdrucks, gegen die in Deutschland die Häscher der Amadeu-Antonio-Stiftung sofort eingeschritten wären.  Aber auch aus Deutschland wird Unterstützungswille gezeigt: »Da sollten wir uns anschließen- das Zeug ist ohnehin unverschämt überteuert und nicht zu saufen«. Wiederum andere versuchen, gegen den Boykott anzuzwitschern und riefen zu »Stützungskäufen« bei Starbucks auf.

Starbuck-Aktien verlieren nach Trump-Kritik

Das konservative Nachrichtenmagazin CR bemerkt, dass sich Starbucks-Chef Schultz mit seinem politischen Spielchen und durch seine Trump-Kritik den Mund verbrühen könnte. Die Aktienkurse der Gesellschaft seien nach der Ankündigung, an zehntausend Immigranten Jobs vergeben zu wollen, um knappe vier Prozent gefallen und sank nach der Veröffentlichung seines Briefes an seine Mitarbeiter nochmals um 3,7 Punkte.

Was Schultz aus den Augen verloren habe, so die CR-Feststellung, sei der Umstand, dass Unternehmen wie Starbucks in hohem Maße von dem Wohlwollen der Konsumenten abhängig seien. Anders als Silicon Valley Unternehmen, wo einige ebenfalls Trumps Dekret verurteilten, sei Starbucks ein Konsumgüterunternehmen mit Konkurrenz an fast jeder Ecke.

Indra Nooyi, Geschäftsführerin von PepsiCo, ebenfalls eine Hillary Clinton Unterstützerin, erholte sich nach ihrem negativen Kommentaren gegenüber Trump relativ schnell und trat, wie auch der Disney-Chef Bob Iger, Trumps »President’s Strategic and Policy Forum« bei. Wie Nooyi stellte auch Iger – ebenfalls Clinton Unterstützer, seine politischen Präferenzen hinter die Interessen seiner Aktionäre und trat ebenfalls Trumps »Buisness Groupe« bei. Elon Musk  – höchst erfolgreicher Chef des Raumfahrtunternehmens SpaceX, Teilhaber am Online-Bezahlsystem PayPal sowie bei Tesla Motors, signalisierte ebenfalls, der Gruppe beitreten zu wollen.

Die Starbuck-Aktionäre sehnen sich wohl aktuell nach einem ähnlich fürsorglichen und umsichtigen Verhalten und dürften von Schultz Weltenverbessererallüren wenig begeistert sein. (BS)

 

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