Deutschland Hintergrund

Einen grünen Filter über die Realität legen: Die Ökopaxe bei ihrer Aschermittwochsveranstaltung in Landshut, v.l.n.r. Claudia Roth, Ludwig Hartmann, Katrin Göring-Eckhardt und Sigi Hagl (Bild, bearbeitet: Metropolico)
03 Mrz 2017

Grüne: »Im Koran sind Männer und Frauen gleich«

Die Grünen bleiben derzeit in Umfragen mit Werten zwischen 6,5 und 8 Prozent hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Derzeit schwören sich die Ökopaxe daher gegenseitig auf einen energischen Wahlkampf ein. Die Kampagne der Grünen soll offensichtlich eine ganz eigene Realität zeichnen. Katrin-Göring Eckardt entwirft ein Utopia, während Claudia Roth eine bayerische Abschiebepraxis konstruiert, die – wohl der besseren Empörung wegen – nur in ihrem Kopf stattfindet.  

Langsam und genießerisch schreiten sie durch den Bernlochner-Saal. Den Triumphzug Claudia Roths und Katrin Göring-Eckardts wird an diesem Aschermittwoch im niederbayerischen Landshut von einer ganzen Staffage von Kameras begleitet. Knapp die Hälfte des Saales wird von Pressevertretern eingenommen.

Der Rest ist gekommen um sich Schauergeschichten über aussterbende Eisbären (deren Population tatsächlich stark zunimmt) und sonstige Katastrophen anzuhören. Freilich können diese alle abgewendet werden. Dazu muss man nur die Grünen wählen. So einfach ist es, die Welt zu retten – vor allem vor Donald Trump.

Großmeisterin der »Fake News« geht ans Werk

Dieser zimmere sich seine eigene Realität zurecht, meint die grüne Spitzenkandidatin Göring-Eckart, die auch schon mal meinte, die Nazis hätten die Dresdner Frauenkirche zerstört. Claudia Roth beweist ebenfalls, dass sie Großmeisterin in Sachen Fake News ist.

Die Erfinderin der bloßen Empfindungspolitik macht einen »großkoalitionären Abschiebewahn« aus. Besonders Bayern täte sich mit Abschiebungen von Afghanen hervor, die in Deutschland »häufig eine Familie gefunden« hätten.

Das bayerische Innenministerium hatte in Bezug auf die beiden letzten Sammelabschiebungen nach Afghanistan schon per Presserklärung mitgeteilt, es seien ausschließlich alleinstehende junge Männer abgeschoben worden. Dass dies auch bei der ersten Sammelabschiebung nach Afghanistan der Fall war, bestätigte das Innenministerium auf Anfrage durch Metropolico.

Roths Fakten sind oftmals frei erfunden

Somit hatte keiner der Abgeschobenen in Deutschland eine Familie, dafür so mancher Opfer für seine Delinquenz gefunden. Die Straftaten, die ein Teil dieser »Flüchtlinge« vor der Abschiebung begangen hatte, reichten von Körperverletzung und Bedrohung bis zur Sachbeschädigung. Ein Umstand, den Roth bei der Faktenauswahl zur vermeintlichen bayerischen Abschiebepraxis lieber unberücksichtigt ließ.

Die Bundestagsvizepräsidentin, die ein Europa fordert, »von dem die Menschen wissen, warum sie es wollen sollen«, geht mit den Interessen der Deutschen und ihrem Geld auch in Bezug auf die Euro-Krise sehr großzügig um. Sie verlangt eine EU der »Gegenseitigen Solidarität statt [eines] Kaputtspardiktates«.

Die »weißen Männer« sind das Problem, findet Göring-Eckardt (Bild: Metropolico)

»Öffnet die Grenzen – und Euer Portemonnaie«

Damit die Deutschen die EU so richtig liebhaben, schlägt Roth wenig verklausuliert vor, die Grenzen zu öffnen: »Wir wollen ein Europa, wir brauchen ein Europa, das Verantwortung übernimmt, statt sich abzuschotten und zur Festung auszubauen.

Da ist sie sich mit Göring-Eckart einig. Diese meint: »Es kann nicht sein, dass jetzt wieder über Auffanglager in Afrika geredet wird, weil es dieses freie Europa, das auf seine Werte so stolz ist, noch nicht einmal schafft, anständig Menschen an der europäischen Grenze aufzunehmen und zu verteilen – wie peinlich ist das denn?«

Weniger peinlich ist der Grünen offensichtlich, wenn sie sich selbst widerspricht. So erklärt sie: »Klar, es ist nicht so besonders erfreulich, wenn die Umfragen so sind wie jetzt gerade. Aber: Man gewinnt ja bekanntlich nicht mit Umfragen.« Dieses Pfeifen im Walde führt sie aber kurz darauf ad absurdum, als sie nach Nachweisen für Fortschritte der vermeintlich »liberalen« politischen Kräfte in Europa sucht: »In Norwegen liegen die Grünen in Umfragen gerade bei 18 Prozent, das sind 14 mehr als bei der letzten Wahl.«

Familiennachzug für alle und sofort

Die Umfragewerte in Norwegen scheinen den Grünen denn genug Anlass, um von der Regierungsbeteiligung zu träumen, wobei Göring-Eckardt Claudia Roth schon jetzt als Entwicklungshilfeministerin sieht: »Claudia würde die Fluchtursachen wirklich bekämpfen«, erklärt sie unter tosendem Beifall ihrer Anhänger.

Deswegen werden aber nicht weniger Migranten nach Deutschland kommen, macht Göring-Eckardt klar: »Eine Sache, die kann ich hier versprechen: Wenn es eine Regierung mit den Grünen gibt, dann wird sehr schnell der Familiennachzug wieder eingeführt.« Der Familiennachzug im Ausländerrecht gilt natürlich nach wie vor, doch ist der zu »Flüchtlingen« mit subsidiären Schutz (Bürgerkriegsflüchtlinge) für zwei Jahre ausgesetzt.

Mit Kommunisten regieren

Dass dies vor allem mit einer Links-Koalition aus Roten, Kommunisten und Grünen möglich wäre, ist auch Göring-Eckardt klar, die die Tiefroten auch nicht als Koalitionspartner ablehnt. »Keine Ausschließeritis«, ruft sie in die begeisterte »Menge« und jedem ist klar, damit ist die Linkspartei genannt.

Wohin die Reise gehen dürfte, wird durch eine Beschreibung Göring-Eckardts der rot-rot-grünen Politik in ihrer Heimat Thüringen und den dortigen Ministerpräsidenten von den Linken deutlich, der alles tut, um Abschiebungen zu verhindern und der »Flüchtlinge« bei ihrer Ankunft schon auch mal mit »Inshallah« begrüßt: »Bodo Ramelow ist ein Christenmensch und der regiert bei mir zuhause mit Maß und Mitte.«

Ein Magazin entwirft eine eigene grüne Welt – weit weg von bösen Fakten

So einfach ist die Multikultigesellschaft hergestellt (Bild: Titelblatt »Gruen8 – Das Magazin der bayerischen Grünen«)

Realitätsverlust beweist auch das bei der Veranstaltung ausliegende »Magazin der bayerischen Grünen«. Auf dem Titelblatt ist König Ludwig II. auf einer Teekanne zu sehen, deren Inhalt sich in ein orientalisches Teeglas ergießt. »Zusammenwachsen Inshallah!« (so Allah es will) kündet ergänzend die Darstellung einer ganz eigenen Wahrnehmung an. Enttäuscht wird der Leser zumindest in dieser Hinsicht nicht.

Zunächst fordert der Vorsitzende der bayerischen Grünen, Eike Hallitzky, in der Einleitung, »die Ängste und Sorgen vieler Bürgerinnen und Bürger ernst[zu]nehmen und ehrliche Antworten [zu] geben […]«.

Ehrliche Antworten fordern und Lügen liefern

Aber so richtig »ehrliche Antworten« wollen die Grünen dann wohl doch nicht geben. Auf Seite 12 kommt eine kurdische Muslimin zu Wort, die dann nachweislos in einer dicken Zwischenüberschrift behauptet: »Im Koran sind Männer und Frauen gleich«, erklärt Aveen Khorschied.

Mit »ehrlichen Antworten« hat diese absurde Behauptung nichts zu tun. Aus welchem Feminismus-Koran Khorschied dies entnommen hat, wird dem Leser hingegen verschwiegen. Kein Wunder, lässt der Koran auch keinen Zweifel daran, dass die Frau dem Mann Untertan und – insbesondere sexuell – jederzeit zur Verfügung stehen muss, wie der Vers 223 der 2. Sure mehr als deutlich macht:

Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.

Den Prügelvers ignorieren für die eigene Traumwelt

Schlagen dürfen Männer ihre Ehefrauen, wann immer sie auch nur fürchten, diese könnte nicht nach ihrer Pfeife tanzen, wie der berühmte 34 Vers aus der 4. Sure so unmissverständlich erklärt, dass es sogar eine grüne Feministin verstehen könnte:

Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.

Fordert ehrliche Antworten und verantwortet als Herausgeber des Magazins der Grünen das Gegenteil: Eike Hallitzky, Vorsitzender der bayerichen Grünen (Bild: Metropolico)

Hinweise auf Inhalte des Koran, den man in dem Magazin freilich vergeblich sucht, aber auf der Internetseite islam.de findet und nicht etwa auf einer vermeintlichen »Islamhasser«-Seite. Gleichberechtigung habe nichts mit Religion zu tun, schlussfolgert die Autorin faktenfrei.

»Die alten weißen Männer demonstrieren bei Pegida«

Auch sonst transportieren die Grünen mit ihrem Magazin ein Trugbild aus dem Reich linker Phantastereien: »Wer gläubig ist, also gemäßigt muslimisch, weiß genau, wie wichtig Bildung für Frau­en ist«, erfährt man zu seinem Erstaunen auf jener Seite 12 auf der auch der Koran gesundgebetet wird. Ein Feminismus zum Fürchten, der radikale religiös-islamische Sichtweisen als letztlich inexistent erklärt. Der Islam als Wohlfühlzone.

Angst machen Göring-Eckardt hingegen »die alten weißen Männer, die bei Pegida und an anderen Orten dieser Republik demonstrieren«.

Ob Domplatte oder Oktoberfest – alles gleich

Man ahnt daher, gegen wen die Grünen sich wenden wollen, wenn Göring-Eckardt ankündigt: »Wir werden in diesem Wahlkampf über Frauenrechte und Feminismus reden wie wir es noch nie getan haben.« Claudia Roth springt bei diesen Sätzen zusammen mit Landeschefin Sigi Hagl auf, um zu applaudieren.

Sexuelle Gewalt von Migranten kommt bei Fraktionsvorsitzenden im Bundestag nur dann vor, wenn sie diese sogleich mit der von »weißen Männern« relativieren zu können glaubt.

»Egal, ob Donald Trump, die Domplatte oder das Oktoberfest«, für die Grüne Spizenpolitikerin ist das alles von gleicher »Qualität«. Mit der Lügenzahl vom Oktoberfest, die im Netz kursiert, wird schon lange versucht, die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht von Köln (und anderen deutschen Städten) zu relativieren (FAZ). Bei 5,9 Millionen Besuchern hatte es ganze 20 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe gegeben. In Köln allein fanden über 1.000 derartiger Abscheulichkeiten statt.

Claudia Roth will den Weg ins Licht, geht aber den in die Dunkelheit (Bild: Metropolico)

Mit starken Grünen in die Dunkelheit

Göring-Eckardts Faktenresistenz ficht dies nicht an. Sie fragt ihr Publikum in Landshut daher: »Was ist eigentlich los in einem Land, in einem Deutschland im Jahr 2017, wo wir wieder auf die Straße gehen müssen, um für Frauenrechte zu demonstrieren?«

Wer derart gegen die immer finsteren Mächte und die weißen (europäischen) Männer ankämpft, der verfällt in seinem Tonfall schon mal in den eines Gottesdienstes, wie etwa Claudia Roth, die in ihrer Rede im Stile eines Erlösungspredigers mit großer Dramatik und schlechter Grammatik ankündigt, was Deutschland nach den Wahlen bevorsteht und dabei – versehentlich – der Wahrheit doch noch zum Durchbruch verhilft:  »Wir haben zusammen den Weg ins Licht gewählt und nicht in die Dunkelheit mit starken, sehr starken, Grünen.« (CJ)

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