Kommentar

Come to Marlboro-Country! (Bild: Roderick Eime; Cowboy; CC BY 2.0; siehe Link)
09 Mrz 2017

Come to Marlboro-Country!

Schlaglicht: Das war früher mal ein berühmter Slogan. Er stand für Freiheit und Abenteuer, für weites Land, in dem noch alles möglich ist. Damit könnte Brandenburg mit seinem Stand auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin werben. „So weit und doch so nah“ heißt der aktuelle Spruch.

Es stimmt: Hier ist vieles möglich, was man sonst in der Republik eher für Räuberpistolen hält. Und das ganz nah! Apropos Räuber: Hunderte Rinder, darunter teuere Zuchtbullen, verschwanden in den letzten Jahren aus Brandenburg. Tendenz steigend. Die Polizei ist überfordert. Zu wenige Sherriffs.

Waren es im Jahr 2014 ganze 88 Viecher, so stieg die Zahl auf 180 zwei Jahre später an. In diesem Jahr wurden bei fünf Taten bereits 310 Rinder entwendet. Das heißt, dass immer größere Herden gestohlen werden. Marlboro-Country lässt grüßen! Nur werden immer seltener Viehdiebe hierzulande aufgehängt. Im Gegenteil.

Es sind die die Gesetzeshüter, die hier voll auf die Nase kriegen. Die Gewaltkriminalität im Lande explodierte: plus 15,6 Prozent (4.767 Straftaten). Die Gewalt gegen Polizeibeamte überschritt die 1.000er-Marke (1.025). Ja, es gibt eine 1000-er Marke! Vom Vieh zum Kfz: Karossen-Diebstähle stiegen um 11,2 Prozent, an der Grenze sogar um 32! Manche Marlboro-Männer würden durchzudrehen. Hier ist wirklich fast alles möglich.

Am Samstag wird einer von zwei totgefahrenen Polizisten in Pfaffendorf beerdigt. Ein Drogenabhängiger, der kurz zuvor noch zwei Asylanten in ein Krankenhaus brachte, hatte sie totgefahren. Beide hinterlassen je drei Töchter. Der Täter, der übrigens seiner Oma die Kehle durchgeschnitten hatte, kommt vermutlich in eine Nervenheilanstalt. Vielleicht sollte man doch nicht nach Marlboro-Country kommen. Ist zu gefährlich! AfD-Mann Thomas Jung, warnt aus dem Landtag: »Wir forderten immer mehr Polizei, härtere Strafen, wurden aber von Rot-Rot eingebremst.« Auch das ist nur hier möglich.

 

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