Internationale Meldungen

Nigel Farage (Ukip) (Bild: Nigel Farage; Gage Skidmore; CC BY-SA 2.0; siehe Link)
11 Mrz 2017

Nigel Farage: »Es ereignet sich gerade eine Revolution«

Nigel Farage, Gründer und ehemaliger Chef der britischen UK Independence Party (Ukip), ist davon überzeugt, dass sich die westliche Welt grundlegend ändern wird. Trump und der Brexit seien die ersten Schritte dorthin. Die Schweiz zeige auf, dass ein Land auch außerhalb der EU vortrefflich gedeihen kann.

Nigel Farage gründete 1993 die britische Partei UK Independence Party (UKIP), mit der er in seiner Funktion als Partei- Vorsitzender maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass sich eine knappe Mehrheit der Briten für den Brexit entschied. Im Juli 2016 trat Farage vom Amt des Parteichefs zurück.

In einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger zeigt sich der 52-jährige ehemalige Rohstoffhändler überzeugt, dass sich das Leben in der westlichen Welt grundlegend ändern werde.

Längst daran gewöhnt, dass sich »absolut nutzlose Ökonomen in allem, aber wirklich in ­allem irren«

Auf die Unkenrufe jener zahlreicher Ökonomen angesprochen, die wegen des Brexit katastrophale wirtschaftliche Auswirkungen auf Großbritannien haben zukommen sehen, zeigt sich Frage völlig unbesorgt. Man habe sich längst daran gewöhnt, dass sich »absolut nutzlose Ökonomen in allem, aber wirklich in ­allem irren. Diese Idioten sagten, die britische Wirtschaft würde nach einem Brexit in den Abgrund stürzen.« Nichts davon sei geschehen.

Auch sei die Wahrscheinlichkeit, dass sich Schottland von Großbritannien abspalte nach dem Brexit geschwunden. Denn um der EU beizutreten, müsse Schottland die Personenfreizügigkeit und den Euro hinnehmen. Das würde bei einem Referendum glatt durchfallen, so Farage.

Das Wort Populist, das gegen politisch unliebsame Gegner eingesetzt werde – so auch gegen ihn und seine Partei – betrachte er als beleidigend, da es ausschließlich in dieser abschätzigen Weise verwendet wird. Er trete für einen eigenständigen demokratischen Staat ein, nicht für ein internationales, die nationale Souveränität einschränkendes Gebilde wie die EU. Er plädiere schlicht für Normalität, die sich darin zeigen, dass Länder ihre eigene Regierung wählen, ihre eigenen Gesetze verabschieden und ihre eigenen Grenzen haben.

Die ohne die Zustimmung der Völker errichtete EU funktioniere ökonomisch und politisch nicht. Deshalb hoffe er sehr, dass der Brexit lediglich der erste Schritt in Richtung eines Europas der unabhängigen Staaten ist.

Geert Wilders, Marine Le Pen und Donald Trump

Mit Geert Wilders, in dessen Land demnächst Wahlen anstehen, teile er die Ablehnung der EU und des Euros. Jedoch teile er dessen Ansichten zum Islam nicht. Die Verteidigung unserer jüdisch-christlichen Kultur, sowie die Kontrolle darüber, wer in unser Land komme, das halte er für absolut richtig. Einen Krieg gegen eine ganze Religion zu führen, sei indes ein Fehler. Über die französische Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen habe er noch nie ein schlechtes Wort verloren, über ihre Partei aber auch noch nie ein gutes, so die kurze Antwort.

Den angeblich chaotischen Amtsantritt des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, den er als Freund bezeichnet, hält er für normal, da dieser Dinge von Grund auf ändern möchte und auf massiven Widerstand stoße. Da könne es keinen reibungslosen Ablauf geben. Den bedingungslosen Willen Trumps, seine Wahlversprechen einzulösen beeindrucke in tief und bewundere er, auch wenn er unterschiedliche Ansichten und Prioritäten habe. Trumps Marschrichtung würde jedoch stimmen.

Unsere Identität aufzugeben und falsche Götter anzu­beten, hat noch nie funktioniert

»Es ereignet sich gerade eine große internationale Revolution, die 2016 begonnen hat und nicht mehr aufzuhalten ist. Sie wird überall im Westen zu einer Renationalisierung führen und unser aller Leben verändern. Die Idee, unsere Identität aufzugeben und falsche Götter anzu­beten, hat noch nie in der Geschichte der Menschheit funktioniert«, so Farage zum Abschluss des Interviews.

Die Schweiz halte er deshalb für wichtig, weil das Land aufzeige, wie ein Gedeihen auch außerhalb der EU möglich ist.  »Die Schweiz ist für uns beispielhaft, weil sie ihre Außenbeziehungen auf bilaterale Verträge mit anderen Ländern abstützt«. (SB)

 

 

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