Deutschland

(Bild, Ausschnitt: INSM, Dr. Katarina Barley, MdB (Generalsekretärin der SPD) Dr. Ulf Poschardt (Chefredakteur der WeltN24 GmbH) bei der Wahlarena 2017, Lizenz: (CC BY-ND 2.0))
02 Apr 2017

SPD-Generalsekretärin Barley nimmt Einfluss auf Gehalt von ZDF-Journalistin

Im Rahmen einer Diskussionsrunde rühmte sich Katarina Barley, sich für eine Gehaltserhöhung einer ZDF-Journalistin eingesetzt zu haben. Die SPD-Generalsekretärin glaubte tatsächlich, damit ihren guten Umgang mit kritischem Journalismus selbstlobend herausstellen zu können. Schließlich habe die Journalistin zuvor unsauber und aus Sicht Barleys unerfreulich über die SPD geäußert. Was ein klares Zeichen von journalistischer Korruption ist, wollte Barley ausgerechnet gegenüber der AfD-Chefin Frauke Petry als beispielhaft für den Umgang mit Presse verstanden wissen.

Bei der ZDF-Journalistin, die sich »schlechter als ihre männlichen Kollegen bezahlt fühlte« handelt es sich um Birte Meier. Barley konnte nun in der Diskussionsrunde (siehe Video ab 44:15 Min.) nun nicht nur darstellen, sie setze sich für kritische Journalisten ein, sondern auch gegen die ungleiche Bezahlung einer Frau gegenüber Männern – eines der Wahlkampfschlager der thematisch eher ausgedünnten Sozialdemokraten.

Was der Zuschauer bei der Selbstbeweihräucherung Barleys nicht erfährt: Die Klage Birte Meiers wurde in erster Instanz abgewiesen. Denn sie wurde nicht schlechter bezahlt als die Männer beim ZDF, meinte zumindest das Arbeitsgericht. Vielmehr hatte sich ein anderes Arbeitsverhältnis mit dem öffentlich-rechtlichen Sender aus Mainz als ihre Kollegen. Weil sie »feste-freie« Mitarbeiterin ist, erhielt Meier eine geringere Bezahlung als festangestellte Reporter vom Lerchenberg.

Diese Tatsache muss man nicht mögen, man kann dies auch ungerecht finden. Möglicherweise setzt sich Meier auch noch in einer späteren Instanz deswegen durch. Die Story Meiers jedoch, sie würde wegen ihres Geschlechts schlechter bezahlt ist vor allem eins: fake news. Einen Nachweis gibt es nämlich für Meiers Behauptung nicht. Für eine solche Journalistin setzt sich die SPD gerne ein – auf dass Meier beim nächsten Bericht über die Sozis vielleicht daran denkt, wer ihr zur Seite sprang. (CJ)

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