Kommentar

Brandenburgische Kulturministerin Martina Münch will die Garnisonkirche Muslimen zur Verfügung stellen (SPD) (Bild: Münch: Bankenverband - Bundesverband deutscher Banken; CC BY-ND 2.0; siehe Link)
06 Apr 2017

Und täglich grüßt der Muezzin

Schlaglicht: Sie war einst das Wahrzeichen Potsdams mit seinem 90 Meter hohen Turm weithin sichtbar, das höchste Gebäude. Sie galt als das barocke Vorzeige-Stück im nördlichen Mitteleuropa, fertig gestellt 1735 von Philip Gerlach unter Friedrich Wilhelm I. In der Gruft lag der Auftraggeber dann später auch.

Bekannt wurde die Kirche in jüngerer Zeit als der Ort, an dem Ösi Adolf im Cut am 21.3.33 auf bürgerlich machte, um Reichspräsidenten Paul von Hindenburg von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen. Was ihm – wie wir wissen – leider gelang. Dann kamen die Bomber im April 45 und die SED im Juni 68 und gaben den Mauern den Rest. Doch das war`s noch nicht ganz. Eifrige Spender sammelten mehrere Millionen. Und so soll ab Oktober 2017 die Kirche nun neu entstehen. Pardon, sagt ich Kirche?

In der Debatte um einen neuen Standort für die Freitagsgebete eines Potsdamer Moscheevereins schlug Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) ausgerechnet diese bedeutende Kirche als neuen Standort vor. Die Ministerin sagte bei einer muslimischen Selbstdarstellungs-Podiumsveranstaltung in der Potsdamer Reithalle am Hans-Otto-Theater: »Ich unterstütze das Ansinnen, dass wir in Potsdam einen würdigen Ort für eine Moschee finden….Wir sollten auch nachdenken, wie wir das Kirchenschiff der Garnisonkirche benutzen – das kann auch eine Moschee sein.«

Potsdams AfD-Kreisvorsitzender Thomas Jung ist empört: »Es ist ein Zeichen absoluter Naivität und Unsensibilität, salafistische Muslime ausgerechnet in der Garnisonkirche, hetzen zu lassen.«

Ein selbsternannter Imam, der von Journalisten und anderen Muslimen als radikal eingestuft wurde und der ungeprüft Journalisten als Lügner bezeichnet und vor Freundschaften zu Ungläubigen warnt, ist der Favorit. Eine tolle Idee, die die Spender bestimmt begeistert. Endlich hat neben Dresden auch Potsdam eine Art Tabaks-Moschee. Tabak ist zu gefährlich, des Krebses wegen. Immerhin stirbt ja jeder Siebte am Rauch. Aber wie wir jetzt von der AOK-Nord-Ost wissen, hat das jeder sechste Brandenburger schon wieder vergessen. Demenz.

Ja, die Zeiten stehen gut für Hassprediger im Lande der Vergesslichkeit. Was kommt nach diesem Vorschlag? Vielleicht das Freitagsgebet des radikalislamischen Predigers in einer Synagoge? Eigentlich sollte man – wie es die bayerische CSU fordert, radikale Integrationsverweigerer abschieben. Doch die Linke, die in Brandenburg mitregiert, setzt auf freiwillige Heimreise Asylunberechtigter. Und Ferien sind grad keine im IS. Der mit rund 20 000 Euro im Jahr von der Stadt unterstütze Imam Kamal Mohamed Abdallah freut sich. Er sucht für seine Freitagsgebete eh einen neuen Platz. Und warum dann nur freitags beten? Warum nicht täglich? So integriert man alle irgendwie. Sogar einen Kirchturm mit Halbmond in Brandenburg.

 

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