Deutschland

Anschlag auf Mannschaftsbus von Borrussia Dortmund (Bild: Screenshot Twitter)
12 Apr 2017

Anschlag auf BVB-Bus

Auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund (BVB) wurde am Dienstag gegen 19:15 Uhr ein Sprengstoffanschlag verübt. Nachdem drei Sprengsätze neben dem Bus detonierten, wurden ein Spieler und ein Polizist verletzt. Die Behörden prüfen nach Auftauchen von Bekennerschreiben ebenfalls einen dschihadistischen, wie auch einen linksextremistischen  Hintergrund.

Die Motive der Tat sind bislang unklar. Staatsanwältin Sandra Lücke erklärte lediglich, dass man ein Bekennerschreiben gefunden habe, dessen Echtheit noch geprüft werde. Man ermittle auf »Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes«, so Lücke weiter.

Dschihadistischer Hintergrund wird geprüft

Wie die SZ berichtete, prüfen die zuständigen Behörden einen dschihadistischen Hintergrund, da am Tatort ein einseitiges Scheiben das mit den Worten »Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen« beginnen soll, gefunden wurde.

Im Schriftstück würde Bezug auf den Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sowie deutsche Tornados die am Militäreinsatz gegen das Kalifat des Islamischen Staates beteiligt seien, genommen. Deutsche Prominente und Sportler würden in »Deutschland und anderen Kreuzfahrer-Nationen« solange auf einer »Todesliste des Islamischen Staates« stehen, bis deutschen Tornados abgezogen und die US- amerikanische Luftwaffenbasis im pfälzischen Ramstein geschlossen werde.

(Bild: Screenshot Twitter)

Antifa-Bekennerschreiben veröffentlicht

Die Ermittler prüfen ferner die Authentizität eines zweiten Bekennerschreibens, das möglicherweise aus der »antifaschistischen Szene« komme, so ntv. Auf der linksextremistischen Internetseite Indymedia wurde ein Schreiben veröffentlicht, in dem der Anschlag als »Symbol für die Politik des BVB« gerechtfertigt wurde. Die Seite zum Bekennerschreiben ist mittlerweile für die Öffentlichkeit gesperrt.

Bei den Detonationen erlitt ein Polizeibeamter ein Knalltrauma und einen Schock. Er ist derzeit nicht mehr dienstfähig. Der Beamte auf seinem Motorrad war für die Begleitung des Busses zum Stadion eingesetzt. Zum Zeitpunkt der Explosionen befand er sich vor dem Mannschaftsbus.

Bei dem Anschlag ist BVB-Verteidiger Marc Barta schwer an der Hand verletzt worden. Er brach sich die Speiche im Handgelenk. Der Anschlag sei eine »sehr gravierende Geschichte« und eine »neue Dimension«, so die ernüchternde Erkenntnis des BVB-Geschäftsführers Hans-Joachim Watzke.

Gerüchte und Spekulationen zu unterlassen!

Wie der Spiegel mitteilt, bitte die Polizei darum, Gerüchte und Spekulationen zu unterlassen. »Die Ermittlungen müssen jetzt konzentriert und professionell fortgeführt werden. Spekulationen helfen bei Ermittlungen nicht«, so der Hinweis auf dem Twitter-Account der  Polizei Dortmund.

Wie die Generalbundesanwaltschaft, die nach dem Anschlag die Ermittlungen übernommen hat, mitteilt, werde die Pressestelle am Mittwoch um  14 Uhr über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren. (BS)

 

 

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