Hintergrund

Girls Day - Werbeveranstaltung der Sozialindustrie (Bild: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres; Girls Day im Außenministerium; CC BY 2.0; siehe Link)
27 Apr 2017

Endlich wieder Girls‘ Day!

Seit 2001 – alle Jahre wieder – wird am Girls‘ Day medienwirksam daran erinnert, dass Mädchen trotz massiven, EU- und nationalen Förderprogrammen einfach nicht in die männerdominierten, sogenannten MINT-Berufe streben.  Der staatlich betriebene Feminismus scheint am unwilligen, weiblichen Klientel gescheitert.

Einmal im Jahr – Ende April – findet seit 2001 ein Aktionstag mit dem hübschen Namen »Girls‘ Day« statt, der das holde weibliche Geschlecht – oder solche, die sich momentan so fühlen – motivieren soll, technische und naturwissenschaftliche Berufe zu ergreifen. Das zum großen, feministischen Sozialexperiment namens Gender-Mainstreaming gehörende Projekt soll dazu beitragen, den Anteil der weiblichen Beschäftigten in sogenannten »Männerberufen« zu erhöhen.

Nichts, aber auch gar nichts hat sich verändert

Mit massig Geld aus dem Schwesigen Bundesministerium für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Initiative D21, der Bundesagentur für Arbeit, des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, des Zentralverbands des Deutschen Handwerks und des Bundesverbands der Deutschen Industrie, schnuppern sich die Mädels einen Tag lang durch die sogenannten MINT- Berufe (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).

Das seit Jahrzehnten linkspolitisch indokrinierte Schweden, das sich wie Deutschland massiv in der Frauenförderung engagierte, musste ein Scheitern des Projektes auf ganzer Linie konstatierten: : Nichts, aber auch gar nichts hat sich verändert. Nur 14,6 Prozent aller Berufstätigen im deutschen MINT-Bereich sind weiblich.

Die skandinavischen Nachbarn, insbesondere Norwegen, errangen in PISA-Studien, Bestnoten. Aber in kaum einem anderen Land war die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern in ihren Berufsvorstellung so eklatant wie in Norwegen. Erstaunlich: Diese großen Unterschiede gibt es in vergleichbaren Ländern mit weniger Frauenförderung und ohne »gendersensibler Erziehung« nicht (Metropolico berichtete)

Man nennt es Wahlfreiheit

Machen Sie doch mal Ihre ganz eigene Feldstudie auf. Begeben Sie sich in eine Frauenrunde und fragen Sie in einem politisch unauffälligem Moment nach der Berufswahl der anwesenden Damen. Auch bei jüngeren Semestern werden Sie feststellen, dass ein überwältigend hoher Anteil sich für Neigungsberufe entschieden hat. Kein Geheimnis dürfte sein, dass es bei Verkäuferinnen, in Pflegeberufen, Verwaltungs- und Bürojobs oder im Friseurhandwerk, aber auch im Bereich der sozialen Berufe einen immensen weiblichen Überhang gibt und diese Berufswahl zudem nicht gerade zu den gut bezahlten Erwerbstätigkeiten zählen.

Quod erat demonstrandum: Der beliebteste Ausbildungsberuf 2016 war trotz Girls Day & Co. der Bürokaufmann. Bei einem Frauenanteil von satten 74 Prozent in diesem Berufsbild wohl eindeutig die ungegenderte Bürokauffrau. In den MINT- Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hat der Anteil der Frauen zwar zugelegt. Dennoch ist diese Berufswahl für den größeren männlichen Teil nach wie vor attraktiver.

Genug gegendert! von Thomas Kubelik

Der Umstand, dass Millionenbeträge zur Mädchenförderung und die gesellschaftlich hingenommene offene Diskriminierung von Jungen bislang keine nennenswerte Änderung ergab, hat also nichts damit zu tun, dass das weibliche Geschlecht nicht die Wahlfreiheit hätte oder ein männlich dominiertes System ihnen den Weg in die Welt der besser bezahlten technischen Berufe oder Vorstandsetagen verbarrikadieren würde.

Es hat gerade mit dieser Wahlfreiheit zu tun, und vielleicht auch mit Verantwortung oder auch einem nicht nur Geld- sondern auch neigungsorientiertem Leben, dass sich viele junge Frauen immer noch – trotz massiven Bashing und Schlechtreden – für eine Mutterrolle anstatt für eine Statistenrolle im Muttersein entscheiden und ihr Kind nicht im zarte Alter von sechs Wochen in die Verwahranstalt Namens Kinderkrippe stecken, um sich selbst möglichst schnell im Beruf wieder selbst verwirklichen zu können. 2014 nahmen 60 Prozent der jungen Eltern und davon ein Großteil der Mütter ein Weniger an Geld in Kauf, um zumindest die prägenden und somit immens wichtigen ersten drei Lebensjahre ihres Kindes selbst zu erleben.

Und ja – es gibt einen Anteil von Müttern, die diese Wahlfreiheit nicht haben. Diese Frauen sind aber mehrheitlich nicht das Klientel von Manuela Schwesig und ihrer Genderlobby.

Selbstbedienungsladen namens Staatsfeminismus

Professorinnenprogramm, MINT-Förderung, Girls-Day, all die unzähligen Programme, die einer großen Anzahl von »Förderern« – sprich Steuergeldfinanzierten, weiblich dominierten Sozialwissenschaftlern  – ein Einkommen verschaffen, sind reiner Selbstzweck.

Der mittlerweile eklatante Benachteiligung der Jungen durch einseitige massive weibliche  Förderung hat ein weitere Einkommensquelle in der Sozialindustrie eröffnet:  Seit 2011 gibt es den Boys’Day. Hier versucht man nun, die technikaffinen Jungs an die schlecht bezahlten Jobs im sozialen Bereich heranzuführen. Verwaltet wird diese Gruppe dann wiederum durch das Perpetuum mobile namens Staatsfeminismus. (SB)

 

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