Deutschland

Öffentlich-rechtliche »Satire-Sendung« extra3 des NDR (Bild: Screenshot)
03 Mai 2017

AfD mahnt NDR ab

Wegen der herabwürdigenden Äußerungen in der Sendung »Extra 3« über Dr. Alice Weidel (AfD)  hat die Alternative für Deutschland (AfD) den öffentlich-rechtlichen Sender des Norddeutschen Rundfunks abgemahnt.

Die AfD hat nun eine Abmahnung samt Begründung gegen den Moderator des Formats »Extra 3« des öffentlich-rechtlichen Senders Norddeutschen Rundfunks beim zuständigen NDR-Intendanten Lutz Marmor eingereicht (Schriftstück hier). Der »Satiriker« der Sendung, Christian Ehring, hatte die neue Spitzenkandidatin der AfD, Dr. Alice Weidel, in der noch abrufbaren Sendung vom 27.4.2017  als »Nazi-Schlampe« bezeichnet.

Der öffentlich-rechtliche Spaßmacher Ehring äußerte sich wie folgt:

Das Highlight des Parteitags war natürlich die Kür des neuen Spitzenduos. Das war die Sensation. Brauner Rauch stieg auf. Habermus Spitzenduo. Und es sind … tada: Opa Gauland, die sprechende Dackelkrawatte aus Potsdam. Und Alice Weidel. Alice Weidel – sie haben das wahrscheinlich inzwischen auch schon mitbekommen – lebt in einer lesbischen Beziehung mit einer Ausländerin und zusammen ziehen die beiden zwei Kinder groß. Mein erster Gedanke war natürlich: Kompliment, Joko und Klaas! Irre! Also wirklich, wie Ihr das hingekriegt habt, wie Ihr das geschafft habt, der AfD diese Frau unterzujubeln. Das Genialste, was Ihr je gemacht habt. Aber als ich sie dann reden hörte, da passte doch wieder alles wie Arsch auf Eimer«, so der Wortlaut, mit dem sich der Spaßmacher auf Weidels Rede beim vergangenen AfD-Parteitag in Köln bezogen haben will, die sodann eingespielt wurde. Darin äußerte sich Weidel wörtlich: »Denn die politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

Diese Äußerung kommentierte Ehring mit den Worten:

Jawohl, Schluss mit der politischen Korrektheit! Lasst uns alle unkorrekt sein, da hat die Nazi-Schlampe doch recht. War das unkorrekt genung? Ich hoffe!

Die AfD sieht durch die Äußerung des »Satirikers« die allgemeinen Persönlichkeitsrechte von Weidel verletzt, da es sich bei der Bezeichnung »Nazi-Schlampe« um eine Formalbeleidigung handle, die Weidel unter keinem rechtlichen Geschichtspunkt hinnehmen müsse, so die beauftragte Anwaltskanzlei, die dies auf zehn Seiten im Schreiben darlegt und begründet.

Aufgrund der Dringlichkeit wird eine unterschriebene Erklärung bis Donnerstag, den 04.05.2017 erwartet. Bei Fristverstreichung sieht sich  Weidel gezwungen, unverzüglich und ohne weitere Vorwarnung gerichtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Im Netz wird bereits heftig diskutiert, was Satire – auch im aktuellen Fall – darf und was sie angeblich nicht mehr darf. (BS)

 

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