Hintergrund

Dr. Maximilian Krah (Bild: Screenshot Video)
03 Mai 2017

Das Sprüchlein vom reichen Deutschland

In einem Videobeitrag stellt Dr. Maximilian Krah die Frage: »Deutschland ist ein reiches Land. Wirklich?« Seine Antwort auf das Sprüchlein vom reichen Deutschland dank Exportüberschuss fällt ebenso fundiert wie ernüchternd aus. Sein Aufruf: Fangen wir endlich damit an, Fragen zu stellen und uns über die Umstände zu informieren. Damit wir wissen, was gespielt wird, damit wir nicht nachplappern, damit wir mündige Entscheidungen treffen. Davon lebt die Republik! Mit Video.

Nachdem es dem studierter Jurist und Betriebswirt, Dr. Maximilian Krah, klar wurde, dass die CDU nicht mehr reformierbar ist, wechselte er nach  25 Jahren CDU-Mitgliedschaft zur AfD. Seinen Schritt begründete er ausführlich und benannte hierfür nicht nur die kopflose Energiewende und die geplante Aufnahme der Türkei in die EU, sondern die massive muslimische Zuwanderung unter dem Deckmantel einer »Flüchtlingspolitik« ebenso wie die  ruinöse EU-Politik. Auf seinem eigenen Blog macht sich Krah immer wieder fundiert Gedanken über aktuelle Themen in Politik und Gesellschaft. In seinem neuesten Videobeitrag beschäftigt Krah sich mit der Frage: »Deutschland ist ein reiches Land. Wirklich?«

Eines, hört man oft: Wir sind einen reiches Land, was in der Regel mit dem Exportüberschuss Deutschlands begründet wird. Exportweltmeister klinge ja auch ziemlich gut, so Krah, und zeigt dann in knapp fünf Minuten auf, was das wirklich bedeutet.

Wenn ein Land viel exportiert, heißt das, dass seine Produkte auf dem Weltmarkt preiswert sind. Preiswert, wieso? Die schwache Währung ist das eine. Denn: Wer in Dollar kauft, kann von Produkten, die in Euro hergestellt werden, sehr viel mehr haben, als noch vor drei, vier Jahren.

Niedrige Zinsen sind das nächste. Denn die Produkte werden ja nicht gekauft aus dem, was man hat, sondern in der Regel mit Darlehn des Herstellers. Wer also außerhalb Deutschlands Mercedes, Porsche, Volkswagen kauft, der bekommt in der Regel dafür ein Darlehen das sehr günstig ist, weil die Zinsen in der Euro-Zone sehr niedrig sind. Und die niedrigen Zinsen bewirken ja auch, dass der Euro so schwach ist.

Und das dritte Argument für den starken Export sind die verhältnismäßig niedrigen Löhne in Deutschland. Die Nettolöhne sowieso, aber auch die Bruttolöhne sind im internationalen Vergleich zu niedrig – erst recht, wenn man sie in der internationalen Leitwährung, dem Dollar berechnet.

Wieso ist das so, wie hängt das alles zusammen, wer profitiert davon? Die Exportindustrie profitiert davon, das wissen wir. Aber auch der Staat profitiert davon. Denn durch die niedrigen Zinsen kann er sich ohne, hohe Kosten verschulden. Dass Deutschland einen ausgeglichen Haushalt hat, hat einen ganz einfachen Grund: Weil es keine Zinsen zahlen muss. Und nicht, weil Wolfgang Schäuble ein genialer Finanzminister ist. Und die niedrigen Löhne nutzen der Exportindustrie, was die Bruttolöhne angeht, aber die noch niedrigern Nettolöhne nutzen vor allem dem Staat. Denn der Unterschied von Brutto zu Netto sind die Sozialabgaben. Die betragen in Deutschland mittlerweile 40 Prozent dessen, was der Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer zahlt.

Konkretes Beispiel:

Eine Sekretärin hat einen Bruttolohn von etwa 2.200 Euro. Der Arbeitgeber zahlt für sie 2.800 Euro. Die Sekretärin bekommt netto 1.600 Euro. Das bedeutet 40 Prozent Sozialabgaben. Was würde nun passieren, wenn man die Sozialabgaben auf eine vernünftiges Maß von knapp unter 30 Prozent – wie zum Beispiel in der Schweiz – senkt?  Dann würden von den 2.800 Euro, die der Arbeitgeber zahlt, etwa 2.000 Euro bei der Sekretärin ankommen. Das sind über 400 Euro mehr, als sie jetzt an Netto bekommt. Wenn nun in einer Stadt wie Dresden jeder Arbeitnehmer 400 Euro mehr Netto hätte, das gäbe ein schönes Wirtschaftswachstum. Für die Restaurants und Reisebüros, für alle, die hier verkaufen; den Einzelhandel, für die Dienstleister, die Handwerker. Das Wirtschaftswachstum wäre so groß, dass man locker den Bruttolohn nochmals um 100 oder 150 Euro erhöhen könnte. So funktioniert gesunde Wirtschaft!

Derzeit erleben wir aber, wie die Exportindustrie subventioniert wird auf Kosten der Sparer, die keine Zinsen mehr bekommen und deren gespartem Geld lediglich die Forderung an das internationale Finanzsystem entgegenstehen. Der Exportüberschuss korreliert mit einem Überschuss an Forderungen ins Ausland, von denen jeder weiß, dass sie niemals vollständig bezahlt werden.

Deutschland ist nicht reich, wenn es einen Exportüberschuss hat. Deutschland ist reich, wenn seine Arbeiter und seine Mittelschicht anständig verdienen und gut leben können. Und wer einmal in die Schweiz fährt weiß, dass wir von dem, was wir sein könnten, weit entfernt sind.

Wir sollten den Mut haben, solche Sprüchlein vom reichen Deutschland dank des Exportüberschusses kritisch zu hinterfragen. Was Not tut sind Bildung und politische Aufklärung. Wir fangen hier an, Andere tun es auch. Ganz aktuell hat der Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheit in NRW und in Schleswig-Holstein fast drei Millionen Zeitungen verteilt in denen verschiedene Autoren, ich auch, über aktuelle Gegebenheiten und Umstände informieren. Darauf kommt es an: Schließt Euch zusammen, hinterfragt! Damit wir wissen, was gespielt wird, damit wir nicht nachplappern, damit wir mündige Entscheidungen treffen. Davon lebt die Republik!

Video von Dr. Maximilian Krah zum Thema:

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