Meinung

Applaus für die Damen und Herren Journalisten des Correctiv! (Symbolbild: Heinrich-Böll-Stiftung; Detail: Applaus; CC BY-SA 2.0; siehe Link)
05 Mai 2017

Bravo! Applaus! – Ein sauberes »Correctiv« seid Ihr!

Lawinenartig negative Kritik – ein sogenannter »Shitstorm« – raste über das angeblich gemeinnützige Recherchebüro Correctiv hinweg, nachdem David Schraven, Chef des »Anti-Fake-News-Ladens« in reißerischem Bild-Niveau das Privatleben einer AfD-Politikerin an die Öffentlichkeit zerrte. Anstatt sich für seinen, auf unterstem Niveau agierenden Möchte-gern-Journalismus zu entschuldigen, versuchte Schraven eine plumpe Rechtfertigung. Ein Kommentar von Birgit Stöger.

Die Bildzeitung oder ein anderes, beliebiges Boulevardblatt hätte es nicht besser hinbekommen. David Schraven, hauptberuflicher Saubermann und Chef des angeblich gemeinnützigen Recherchebüros Correctiv, das sich Anfang des Jahres »uneigennützig« aufmachte, das Internet von sogenannten »Fake News« zu säubern, zerrte im Stil des primitivster Boulevard-Journalismus in seinem Artikel das Privatleben einer AfD-Politikerin an die Öffentlichkeit.

Ihr Vergehen bestand nicht etwa darin, Sex mit Kindern legalisieren zu wollen oder zur Gewalt gegen den politischen Gegner aufgerufen zu haben. Nein. Ihr Vergehen besteht für Schraven mutmaßlich darin, AfD-Politikerin zu sein. Dass sie sich vor ihrem politischen Engagement als Hobby-Prostituierte betätigt haben soll, war für Schraven ein gefundenes Fressen.

Schraven ging es nie darum, »eine Frau zu kritisieren, weil sie als Prostituierte gearbeitet hat« – und »Die Erde ist eine Scheibe«

Am 2. Mai – die Wahnsinnsskandalmeldung war kaum online und zudem mit dem großkotzigen Vermerk »Exklusiv« garniert –  brandete der Shitstorm über das, mit George Soros-Geldern und durch die Bundeszentrale für politische Bildung mitfinanzierte, angeblich gemeinnützige Recherchebüro Correctiv hinweg (Metropolico berichtete).

Schnell dürfte es Herrn Schraven gedämmert haben, dass er hier mächtig »Shit« gebaut hat. Zumindest lassen die – stellenweise heftigen Reaktionen – auf Facebook darauf schließen, da es selbst eingefleischten Correctiv-Fans bei so viel billigem Denunziantentum den Magen umgedreht zu haben scheint.

Anstatt sich jedoch um eine »ehrliche« Entschuldigung zu bemühen, preschte Schraven einen Tag später mit einer »Erklärung« vor und demonstrierte einmal mehr, wie sehr linksdrehende Gesellschaftsklempner doch von sich und ihrem, für alle und jeden gültigem Weltbild eingenommen sind. Unter der Überschrift: »Warum ich über AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski geschrieben habe«, erklärte Schraven nochmal für all diejenigen, die es nicht auf Anhieb kapiert haben, dass es ihm nie, wirklich nie, darum gegangen sei, »eine Frau zu kritisieren, weil sie als Prostituierte gearbeitet hat. Das ist ein Job, den Leute ergreifen können oder nicht. An dem Job ist nichts Illegales oder Verwerfliches. Es geht auch nicht um die sexuellen Vorlieben der AfD-Kandidatin. Die gehen uns nichts an«.

Bravo! Applaus! – Ein sauberes »Correctiv« seid Ihr!

Jetzt mal Butter bei die Fische, Herr Schraven. Wer soll Ihnen das denn jetzt noch glauben, nachdem in Ihrem ursprünglichen »Exklusiv-Artikel« von soviel Liberalität weit und breit nichts zu lesen war und Sie sich wie ein kleiner Voyeur über die ehemaligen »diversen Praktiken« der AfD-Frau weidlich ausgelassen haben?

Wie es scheint, glaubt Ihnen und Ihrem Recherche-Bums nicht einmal mehr Ihre dahinschmelzende Gemeinde, der Sie doch versprochen haben, einem Ritter gleich mutig und uneigennützig gegen die bösen »Fake News« in Form eines »unabhängigen Journalismus« zu streiten. Enttäuschte Liebe tut offensichtlich besonders weh, wie man auf Facebook und Twitter eindrucksvoll im Kommentarbereich nachlesen kann.

Aber was solls! Nachdem fundierter, guter Journalismus eh nicht so Euer Ding ist, verklopft Ihr halt für zehn Euro das »Schwarzbuch AfD« und dazu – quasi als Hetz-Bonus – »Das AfD Panik-Quartett«. Genau so haben sich viele einen Journalismus, der von Georg Soros finanziert und mit der Bundesregierung kooperiert, vorgestellt. Bravo! Applaus! – Ein sauberes »Correctiv« seid Ihr!

 

E-Mail senden an:

oder Inhalt löschen