Internationale Meldungen

Palästinenserführer futtert, während die anderen vor sich hin hungern (Bild: Screenshot)
09 Mai 2017

Wenn beim Hungerstreik der Hunger kommt

Israel: Vor etwa drei Wochen haben arabische Sicherheitshäftlinge unter der Führung von Marwan Barghuti, der wegen mehrfachen Mordes und Terrorismus eine lebenslange Haftstrafe zu verbüßen hat, einen Hungerstreik begonnen. Der palästinensische Anführer nimmt jedoch die Enthaltsamkeit für sich selbst nicht so genau und futtert heimlich auf der Toilette.

In Israel gibt es berechtigte Zweifel am Hungerstreik des inhaftierten Palästinenserführers Marwan Barghuti. Der 57-Jährige verbüßt wegen mehrfachen Mordes und Terrorismus eine fünffach lebenslange Haft. Barghuti hatte Mitte April alle Palästinenser in israelischen Gefängnissen zum Hungerstreik aufgerufen um angeblich bessere Haftbedingungen zu erzwingen. Unter anderem fordern die Häftlinge öffentliche Telefone, wie sie auch in den Abteilungen der regulären Häftlinge angebracht sind. Des Weiteren wollen die Hungerstreikler, dass sie zweimal im Monat Besuch von Familienangehörigen bekommen. Diese Forderung richtet sich an das Rote Kreuz, die wegen finanzieller Probleme die Familienbesuche auf einen Besuch im Monat reduziert hatte. Das Rote Kreuz finanziert die Anfahrt der Angehörigen zu den Gefängnissen.Seinem Aufruf folgten bis zu 900 Inhaftierte und hungern seither vor sich hin.

Futtern, während die Gefährten solidarisch hungern

Doch der Anführer des Hungerstreiks scheint es damit nicht allzu genau zu nehmen. Ein am Montag veröffentlichtes Video aus seiner Zelle zeigt, wie er sich an zwei verschiedenen Tagen auf die Toilette zurückzieht, um dort in aller Ruhe ein paar Kekse und einen Schoko-Riegel zu futtern.

Fadwa Barghuti , die Ehefrau von Barghuti, sowie die Anwälte ihres Mannes, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass das Video eine Fälschung sei, so die Zeitung »Haaretz«. Dies sei alles Teil einer psychologischen und medialen Kriegsführung der israelischen Strafvollzugsbehörde. Die Häftlinge würden die Lügen und Spielchen Israels kennen und das angeblich gefälschte Video würde die streikenden Häftlinge nur in ihrem Willen bestärken, den Hungerstreik fortzusetzen. (SB)

E-Mail senden an:

oder Inhalt löschen