Kommentar

ARD - die Gottgleichen (Bild: Metropolico.org)
11 Mai 2017

Ich, ARD. Kaiser und Gott!

Schlaglicht: Marktbeherrscher mit 45 % Einschaltquote, Herr  über regelmäßige 8,1 Mrd Einnahmen, Herr über ein Heer von  42 000 Mitarbeitern, Best-Pensionen (selten unter 4000 Euro monatlich), eine Kasse machende Einrichtung öffentlichen Rechts, ganz in Blau mit unschuldig Weiß gehalten, so nennt sich die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten: ARD. Fanfare!

Ganze 1000 Mitarbeiter sammeln das Geld von 44 Mio Konten ein. Nur Finanzämter sind mächtiger, manch ein Dax-Konzern geringer. Konkurrenz?  Na, vielleicht der Zwerg ProSiebenSat1 mit seinem mickrigen Umsatz von 3,7 Mrd. Konkurrenz bei der Bezahlung? Eher nicht nennenswert. Beim Privaten verdient das Personal 16 %, bei der ARD 50 %. Ihr Hungerleider!

Apropos Kasse machen. Beim RBB in Berlin schiebt sich, trotz des dürftigsten aller ARD-Programme, Intendantin Dagmar Reim neben der Mikro-Staats-Pension zusätzlich 12 000 Euro monatlich ein. Bekommt WDR-Intendant Tom Burow mit 386.100 Euro im Jahr zu wenig?

Wer im Club ist, darf mitkassieren. Monatliche Durchschnittsvergütung: 9.021 Euro. So sagt es der KEF-Bericht.

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Spezificum: zur Altersvorsorge. Der Betrag setzte sich aus 7.238  Euro Gehalt und 1.783 Euro Zuführung zu den Pensionsrückstellungen zusammen, aus denen die zukünftige Betriebsrente gespeist wird. Sie ist doppelt so hoch wie das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt der Gesetzlichen Rentenversicherung, die 2016 bei 36.267 Euro lag. Weder bei Spitzenbeamten noch bei Führungskräften in der freien Wirtschaft gibt es so etwas. Eine Ausnahme machen die Zahnärzte.

Thomas Jung, rechtspolitischer Sprecher von Brandenburgs AfD, meint: „Da aus dem Laufenden die Pensionen gezahlt werden, liegt hier eigentlich eine Täuschung vor. Rücklagen heißen nicht nur so. Sie sollten auch zurückgelegt werden.“

Doch wer will den Riesen ARD schon kritisieren? Schließlich hat er eine gewaltige mediale und politische Macht. Nur eine kleine neue Partei hört nicht auf, den alteingessenen Medienmächtigen die Existenz zu hinterfragen. Die AfD will die Rundfunkgebühren und den Apparat abschaffen? Thomas Jung: „Den Apparat abschaffen ja. Die Gebühren prüfen und transparenter machen. Unser Ziel ist es, jeden Bürger für das Programm zahlen zu lassen, das er selber auch nutzt. Es kann doch nicht sein, dass jeder die teueren Fußballkosten mittragen muss, obwohl ihn Fußball gar nicht interessiert. Andere Sportarten leiden dann unter der Ignoranz der Intendanten und kommen zu kurz.“

Während sich die AfD noch den Kopf zerbricht, wie einfach es im digitalen Zeitalter eben nicht ist, ein digitales Programm auch digital abrechnen zu lassen, stelle ich mir die Frage: Was muss man also tun, um in einem so elitären Club aufgenommen zu werden? Ganz einfach: Ein Parteibuch eines Intendanten haben!

Dahin ist es mit der angeblichen Pressefreiheit im Lande gekommen. Ist ja auch teuer genug erkauft worden, blöderweise vom Kunden selbst. Und wer nicht zahlen will, schürt doch nur die Neidkultur. So ist das mit den Win-Win Situationen bei Multis in Muttis reichem Land. Wer aufmuckt kriegt die Knute und wird verfemt, vielleicht noch vom Verfassungsschutz beobachtet. Demokratie, Gleichheit vor dem Gesetz, Meinungsfreiheit? Geht doch nach Hause! Hier spricht die Staatsbastion. Wir sind die Meinung, ihr Loser. Kritik war gestern. Wir sind reich und bleiben es. Schönen Gruß von der ARD. Ihr dürft mich Gott nennen.

E-Mail senden an:

oder Inhalt löschen